Aus Protest gegen Gewaltwelle: Kliniken in der Hauptstadt von Haiti bleiben geschlossen

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Die Hauptstadt von Haiti: Port-au-Prince
Die Hauptstadt von Haiti: Port-au-Prince

Port-au-Prince. Mehrere Krankenhäuser der Hauptstadt Haitis, Port-au-Prince, haben von Donnerstag bis Samstag ihre Dienstleistungen beschränkt oder sind vollständig geschlossen geblieben. Dies geschah auf Initiative der Pädiatrischen Gesellschaft Haitis.

Der Streik war eine Protestaktion gegen die Unsicherheit und Gewalt im Land, die mit der Entführung eines Kinderarztes Anfang des Monats einen weiteren Höhepunkt erlebte. Es ist bereits die zweite Schließung in diesem Monat.

An dem Streik beteiligten sich Fachgesellschaften, Gemeindepfleger, öffentliche und private Krankenhäuser sowie Kliniken. Ziel sei es, von den staatlichen Behörden das Recht auf Freiheit und körperliche Unversehrtheit einzufordern. Man wolle lediglich "Menschen in Ruhe und Frieden [medizinisch] behandeln". Staatliche Stellen bekräftigten wiederum, der Gewalt Einhalt gebieten zu wollen.

Am Donnerstag schossen Sicherheitskräfte in Port-au-Prince auf Demonstrierende. Dabei sei scharfe Munition verwendet worden. Die Protestierenden hatten zuvor eine Straße mit brennenden Reifen blockiert. Die Demonstration richtete sich ebenfalls gegen die anhaltende Gewalt im Land.

Die Anzahl der Entführungen durch kriminelle Banden nimmt seit der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse im Juli 2021 (amerika21 berichtete) stetig zu. Zugleich führen verschiedene bewaffnete Gruppierungen territoriale Auseinandersetzungen, denen nach Angaben der Vereinten Nationen bereits etwa 200 Personen zum Opfer gefallen sind. Davon steht nach Schätzungen etwa die Hälfte der getöteten Personen nicht in Verbindung zu den Banden.

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