Jamaika / Soziales

Polizeigewalt in Jamaika: 13 Tote in einer Woche

Elf Fälle am Osterwochenende. Indecom sieht gefährlichen Trend und fordert Bodycams. Seit 2026 insgesamt 89 Tote durch Sicherheitskräfte

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Die Nationalpolizei Jamaikas (JCF) steht wegen der Zunahme von Tötungen in der Kritik
Die Nationalpolizei Jamaikas (JCF) steht wegen der Zunahme von Tötungen in der Kritik

Kingston. Laut der Unabhängigen Untersuchungskommission in Jamaika (Indecom) haben jamaikanische Sicherheitskräfte seit Anfang April 13 Personen erschossen. Elf davon fielen auf das Osterwochenende. Damit steigt die Zahl der seit Anfang 2026 durch Sicherheitskräfte getöteten Personen auf 89.

Die stellvertretende Leiterin der Untersuchungskommission, Yanique Taylor-Wellington, unterstrich, dass die Vorfälle einen gefährlichen Trend im Einsatz von tödlicher Gewalt bei den Sicherheitskräften des Landes darstellen und betonte die Notwendigkeit des Einsatzes von Bodycams, um unabhängige Überprüfungen zu vereinfachen. Von Januar bis April 2024 lag die Zahl der Todesopfer durch Polizeigewalt noch bei 44 und damit bei weniger als der Hälfte des aktuellen Vergleichszeitraums.

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Letztes Jahr berichtete der Guardian, dass Jamaika zwar einen Niedergang seiner hohen Mordrate und Bandenkriminalität verzeichnen konnte, doch dass diese Entwicklung mit einem Zuwachs der Bereitschaft der Sicherheitskräfte, zu tödlicher Gewalt zu greifen, einhergehe.

Das Problem der Polizeigewalt und des Machtmissbrauchs seitens jamaikanischer Sicherheitskräfte stellt seit langem eine Herausforderung für den Inselstaat dar. 2010 gründete die jamaikanische Regierung deshalb die Indecom, die seitdem Untersuchungen und vierteljährliche Berichte zu ungerechtfertigter und tödlicher Polizeigewalt sowie zu Machtmissbrauch seitens jamaikanischer Sicherheitsbehörden veröffentlicht.