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Kuba entwickelt Impfstoffe gegen Corona-Virusvariante Omikron

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BioCubaFarma arbeitet zusammen mit dem Finlay-Institut an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante
BioCubaFarma arbeitet zusammen mit dem Finlay-Institut an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante

Havanna. Auf Kuba untersuchen Wissenschaftler und die staatliche Unternehmensgruppe BioCubaFarma Möglichkeiten, die im Land hergestellten Impfstoffe an die Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus anzupassen.

Der Leiter von BioCubaFarma, Eduardo Martínez Díaz, erklärte, man verfolge die Berichte über das Verhalten der neuen Virusvariante aufmerksam und sei "bereits dabei, spezifische Impfstoffe zu entwerfen. Wenn nötig, werden wir sie in kurzer Zeit entwickeln." Zugleich müsse die derzeitige Impfstrategie fortgesetzt werden, bei der seit November auch Auffrischungsdosen verabreicht werden. Ebenso seien Maßnahmen zur Prävention beizubehalten.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte am Montag die neue genetische Variante von SARS-CoV-2, die am 24. November erstmals in Südafrika festgestellt wurde, als "besorgniserregend" eingestuft, da sie eine große Anzahl von Mutationen aufweise. Zudem gebe es Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Bei einer Zusammenkunft am Dienstag analysierten Kubas Staatspräsident Miguel Díaz-Canel, Wissenschaftler und Experten die Entwicklung der Omikron-Variante. Dabei betonte Vicente Vérez, Leiter des Finlay Institutes, der epidemiologischen Forschungseinrichtung des Landes, dass die verfügbaren Informationen noch immer begrenzt seien, etwa was die Übertragbarkeit und die Schwere der Krankheitsverläufe angehe.

Es sei klar, dass der kubanische Soberana-Impfstoff "einen gewissen Schutz" gegen Omikron biete. Jedoch sei das Ausmaß dieses Schutzes noch ungewiss, fügte Vérez hinzu. Daher habe man in der vergangenen Woche beschlossen, mit der Entwicklung einer "Soberana Plus"-Variante zu beginnen. Diese enhalte das Omikron-RBD-Protein, welches auf das Spike-Protein des neuartigen Coronavirus abzielt.

"Wir haben bereits damit begonnen und das Protein wird im Moment gebaut", sagte Vérez im staatlichen kubanischen Fernsehen. Das Vakzin Soberana 02, das nun gegen Omikron weiterentwickelt wird, beinhaltet einen Teil des SARS-CoV-2-Spike-Proteins und nutzt einen kubanischen Tetanus-Impfstoff als Trägermaterial.

Unterdessen hat Kuba angesichts des Auftretens der neuen Virusvariante Maßnahmen zur verstärkten Kontrolle internationaler Besucher ergriffen. Ab dem 4. Dezember müssen Reisende aus Südafrika, Namibia, Malawi, Lesoto, Botswana, Zimbabwe, Mozambique und Eswatini nicht nur vollständig geimpft sein und einen negativen PCR-Test vorweisen, sondern es gilt auch eine obligatorische Quarantäne für sieben Tage in einem dafür vorgesehenen Hotel. Außerdem müssen weitere PCR-Tests durchgeführt werden. Dies gilt, mit Ausnahme der Quarantäne, auch für Besucher aus weiteren 46 Ländern, darunter Belgien, Israel und die Türkei.

Auf Kuba ist die Zahl der aktiven Coronafälle in den letzten zehn Wochen stark zurückgegangen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es am 1. Dezember 142 neue Covid-19-Infizierte und einen Todesfall.

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