Costa Rica: Covid-Impfpflicht im Öffentlichen Dienst

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Trotz Impf-Angeboten allerorts kommt die Kampagne in Costa Rica nur schleppend voran
Trotz Impf-Angeboten allerorts kommt die Kampagne in Costa Rica nur schleppend voran

San José. Die costa-ricanische Regierung hat verpflichtende Impfungen gegen Covid-19 für Angestellte des Öffentlichen Dienstes angekündigt. Arbeitgeber:innen im privaten Sektor möchte die Regierung ähnliche Rechte zubilligen. Die Regierung von Präsident Carlos Alvarado vermeldete, in den kommenden Tagen ein entsprechendes Dekret zu unterzeichnen.

Die Entscheidung geht auf eine Empfehlung der Nationalen Kommission für Impfungen und Epidemiologie (CNVE) des Gesundheitsministeriums zurück. In einer Erklärung heißt es: "Die Kommission hat die Entscheidung auf Basis epidemiologischer Variablen getroffen, wie der Zahl der Covid-19-Fälle, der Tödlichkeit der Krankheit, der erhöhten Zirkulation der Delta-Variante und der erhöhten Belegung von Krankenhausbetten, die vor allem auf hohe Zahlen von nicht geimpften Patienten zurückzuführen ist, sowie aufgrund der sich verlangsamenden Impfkampagnen."

Es sei nun die Verantwortung der Vorgesetzten im Öffentlichen Dienst, in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, wenn Angestellte Impfungen verweigern. Diese Maßnahmen sollen auch von Arbeitgeber:innen im Privatsektor ergriffen werden dürfen, die einen Corona-Impfschutz an der Arbeitsstelle für verpflichtend erklären.

Die Regierung erklärte: "Es ist wichtig, dass öffentliche und private Arbeitsplätze sichere Orte werden und dass die Möglichkeit von Arbeitsunterbrechungen aufgrund von Infektionen reduziert wird." In Costa Rica arbeiten 320.000 Menschen im Öffentlichen Dienst. Bislang galt dort eine Impfpflicht nur für Personal im Gesundheitssektor mit Patient:innenkontakt.

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Am vergangenen Sonntag ging eine zehntägige Sonderimpfkampagne zu Ende, die deutlich hinter den gesetzten Zielen zurückblieb. Von den 500.000 geplanten Erstimpfungen wurden nur 195.598 durchgeführt. Laut Zahlen der Costa-ricanischen Kasse für Soziale Sicherheit (CCSS), haben noch 867.000 Personen trotz einer Empfehlung keine Erstimpfung gegen Covid-19 erhalten. Dies gilt für alle Menschen, die älter als zwölf Jahre sind. Costa Rica hat 5,1 Millionen Einwohner:innen.

Das Land wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen: Rund zehn Prozent der Bevölkerung haben sich bereits mit Covid-19 infiziert, womit es zu den Ländern mit den höchsten Infektionszahlen in Lateinamerika zählt. Mit bislang knapp unter 3.400 an und mit dem Virus verstorbenen Personen hat Costa Rica jedoch eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten des Subkontinents.

Am 9. Mai 2021 wurde das beliebte zentralamerikanische Urlaubsziel in Deutschland zum Hochrisikogebiet erklärt.

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