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US-Staatsbürger in Venezuela unter Vorwurf der Spionage festgenommen

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Der Raffineriekomplex Amuay
Der Raffineriekomplex Amuay

Caracas. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat im staatlichen Fernsehen bekannt gegeben, dass ein "US-Spion" nahe des größten Raffineriekomplexes des Landes gefangen genommen worden sei. Der Mann sei am Donnerstag im nordwestlichen Bundesstaat Falcon verhaftet worden, wo er die Ölraffinerien Amuay und Cardon ausspioniert habe, so der Regierungschef.

Nachdem Maduro wenig Einzelheiten nannte, haben die venezolanischen Behörden mittlerweile den Namen des Festgenommenen als John Heath Mattew angegeben. Der Staatsbürger der USA habe früher als Angehöriger des Marine Corps auf Basen der US-Geheimdienstes CIA im Irak gedient und den Ermittlern gegenüber eine Erklärung abgegeben.

Laut den Berichten wurde Heath von einer Streife der Bolivarischen Nationalgarde (GNB) in Los Pedros an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Falcón und Zulia kontrolliert. Dort befindet sich der Raffineriekomplex Paraguaná.

Die GNB-Einheit soll das Gebiet wegen einer möglichen Präsenz von Gruppen des organisierten Verbrechens patrouilliert haben. Während dieses Einsatzes hielten sie ein Fahrzeug an, in dem sich vier Personen befanden: drei von ihnen erwiesen sich als venezolanische Staatsbürger, unter ihnen ein Dienstgrad der GNB, der vierte wurde als der namentlich genannte US-Bürger mit Personalausweis-Nummer 088390326 identifiziert.

Nach unterschiedlichen Angaben in den Medien sollen bei den kontrollierten Personen Waffen und große Bargeldbeträge, bzw. ein Stalliten- und drei Mobiltelefone beschlagnahmt worden sein.

Maduro rief bei der Bekanntgabe der Festnahme die Belegschaften der Raffinerien auf, alle internen und äußeren Sicherheitsmaßnahmen auf den Anlagen zu verstärken. Die Erdölraffinerie Paraguaná ist für eine nominale Verarbeitungskapazität von 971.000 Barrel pro Tag ausgelegt. Die Anlagen haben in den letzten Jahren mehrere Ausfälle erlebt, die auf Missmanagement und mangelnde Wartung zurückführen sind. Darüber hinaus schädigen die Sanktionen der USA die Produktion.

Ein venezolanisches Gericht hatte erst im vergangenen Monat zwei ehemalige Mitglieder von US-Spezialeinheiten zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, die im Mai dieses Jahres nach einem gescheiterten Putschversuch in Venezuela gefangengenommen worden waren.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat bisher weder das US-Außenministerium noch das Weiße Haus auf Bitten um Stellungnahme zur Festnahme des mutmaßlichen Spions reagiert.

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