Corona in Lateinamerika: Anstieg der Infektionen, 3.000 deutsche Urlauber in Peru gestrandet

peru_deutsche_touris_rueckfuherung.jpg

In Peru sitzen 3.000 Urlauber fest und beklagen die Untätigkeit beider Regierungen
In Peru sitzen 3.000 Urlauber fest und beklagen die Untätigkeit beider Regierungen

Lima/Berlin. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Personen steigt auch in Lateinamerika und der Karibik weiter an. Nachdem am 26. Februar der erste Fall bekannt wurde, sind mittlerweile alle Länder der Region betroffen.

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation gab am Dienstag bekannt, dass es bislang 188.949 bestätigte Infektionen gibt und mehr als 3.500 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sind. Insbesondere Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Chile und Ecuador meldeten am Dienstag einen signifikanten Anstieg von Neuinfizierten und Todesopfern. Die meisten Fälle verzeichnete nach Zahlen der John-Hopkins-Universität am Dienstagmittag Brasilien mit mehr als 5.800, gefolgt von Chile mit mehr als 2.700 und Ecuador mit 2.300 Infizierten.

Währenddessen arbeitet die Bundesregierung an der Rückholung von deutschen Touristen im Ausland. Eine genaue Zahl von Deutschen in Lateinamerika konnte das Außenministerium auf Anfrage von amerika21 nicht nennen. Weltweit gehe man von mehreren Hunderttausend aus, so Sprecherin Maria Adebahr in der Bundespressekonferenz. In den vergangen zwei Wochen seien 175.000 Menschen nach Deutschland aus 60 Ländern zurückgekehrt, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Christofer Burger, am Montag. Diese Rückkehrprogramme würden auch durch Botschaftsschließungen für den Publikumsverkehr, wie in Quito oder Santiago de Chile, nicht eingeschränkt, so das Ministerium weiter.

Dennoch gestaltet sich die Rückkehr aus einigen Ländern schwierig. Dazu gehört Peru, wo nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung noch circa 3.000 Urlauber festsitzen.

Als Begründung hierfür nennt die Bundesregierung logistische Probleme, die in den Verantwortungsbereich der peruanischen Regierung fielen. So sei es vielen Urlaubern aufgrund der Ausgangsperre nicht möglich, an die Abholpunkte zu gelangen. Mittlerweile seien zwar etwa 600 Personen nach Deutschland gebracht worden, aber es sei sehr schwierig, da Landegenehmigungen kaum noch vergeben würden. Bei den Gestrandeten breitet sich zunehmend Unverständnis aus. Unter dem Hashtag germansstuckinperu machen sie auf sich aufmerksam und verweisen darauf, dass andere Länder durchaus imstande seien, ihre Bürger auszufliegen.

Für den heutigen Freitag sind weitere Flüge geplant. Da es aber bereits Absagen gab, sind die Betroffenen skeptisch, ob diese tatsächlich stattfinden.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr