Auswärtiges Amt erinnert an Antifaschisten aus El Salvador

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José Arturo Castellanos, hier in einer Privataufnahme aus den 1930er Jahren
José Arturo Castellanos, hier in einer Privataufnahme aus den 1930er Jahren

Berlin. Das Auswärtige Amt in Berlin erinnert an den salvadoranischen Diplomaten und Antifaschisten José Arturo Castellanos. Gemeinsam mit der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum lädt das Ministerium am Dienstag dieser Woche zu einer Veranstaltung zu Ehren Castellanos ein. Eröffnet wird das Event durch den Sonderbeauftragten für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen, Felix Klein, und durch den Botschafter von El Salvador in Berlin, José Atilio Benitez Parada.

Die Filmemacher Alvaro und Boris Castellanos präsentieren ihren Dokumentarfilm "The Rescue" über ihren Großvater José Castellanos.

Castellanos Name, schreibt das Auswärtige Amt, sei heute nur wenigen bekannt. "Aber es ist unbestritten, dass der Diplomat José Arturo Castellanos durch seinen Einsatz tausende Juden während der Shoah rettete", heißt es in einer Pressemitteilung zum Thema.

Castellanos war ab 1938 Konsul von El Salvador in Hamburg, von 1941 bis Oktober 1945 Generalkonsul in Genf. In dieser Zeit bestätigte er die angebliche salvadorianische Staatsbürgerschaft für tausende europäische Juden. Die Staatsangehörigkeitspapiere eines neutralen Landes boten Schutz und waren daher lebensrettend. José Castellanos wurde im Jahr 2010 von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" anerkannt.

Castellanos war nicht der einzige lateinamerikanische Diplomat, der während des Holocaust tausende Nazi-Opfer rettete. Auch der mexikanische Konsul Giberto Bósques hatte während der Naziherrschaft rund 40.000 Menschen zur Ausreise über Südfrankreich verholfen. Bereits 2013 hat der damalige mexikanische Botschafter diese Politik als außenpolitische Linie der damaligen Regierung gewürdigt. Der Diplomat stärkte damit zugleich eine Initiative zur Benennung einer Straße in Berlin nach dem Nazigegner.

Bisher ist jedoch kein öffentlicher Platz nach einem der lateinamerikanischen Antifaschisten benannt.

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