Venezuela / Politik

Präsident Maduro: Paramilitärs in Morde verwickelt

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Präsident Maduro bei der Pressekonferenz am Mittwoch
Präsident Maduro bei der Pressekonferenz am Mittwoch

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat bei einer Pressekonferenz am Mittwoch erstmals Einzelheiten der Ermordung des sozialistischen Abgeordneten Robert Serra und seiner Begleiterin Maria Herrera bekannt gegeben. Diese sollen auf den bisherigen Untersuchungsergebnissen der Kriminalpolizei (CICPC) basieren. Serra und Herrera waren am 1. Oktober dieses Jahres im Haus des Politikers im Westen von Caracas mit Stichwaffen ermordet worden (amerika21 berichtete).

Das Attentat sei mehr als drei Monate von einem kolumbianischen Paramilitär geplant worden, dessen Name noch nicht genannt werden könne. Er habe das Verbrechen dirigiert und zur Umsetzung Paramilitärs unter Führung des Kolumbianers Padilla Leiva eingesetzt. Dieser sei direkt beauftragt worden, habe Geld erhalten und "das Blutbad mit anderen zusammen ausgeführt", sagte Maduro.

Acht Personen seien an den Morden unmittelbar beteiligt gewesen. Bei der Pressekonferenz wurden Videoaufnahmen von Überwachungskameras vorgeführt, die sechs Beteiligte zeigten, wie sie das Haus von Serra betraten, zwei weitere warteten in Autos in der Nähe. Von den sechs Personen wurden bislang zwei festgenommen: Edwin Torres Camacho, alias "El Poli", Teamleiter der Leibwache Serras und Antonio Vegas. Sie hätten ihre Beteiligung an der Planung und Durchführung des Verbrechens gestanden, so Maduro. Torres Camacho sei von Padilla Leiva angeheuert und bezahlt worden, er habe Serra "verraten". Eine Videoaufzeichnung mit Teilen der Aussage von Torres Camacho wurde ebenfalls gezeigt.

Nach Maduros Mitteilung seien die acht Täter identifiziert und würden gesucht. An der Fahndung beteiligten sich auch die befreundeten Regierungen von Kolumbien, Brasilien und der Karibik. Padilla Leiva werde bereits per Interpol-Haftbefehl gesucht, da man befürchte, er befinde sich außerhalb Venezuelas. Die Sicherheitsbehörden verfolgten mehrere konkrete Spuren. Immer noch dauerten jedoch Ermittlungen an, um die Hintermänner des Verbrechens ausfindig zu machen, betonte der Präsident.

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