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Schülerproteste in Paraguay gegen schlechte Bildung

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Die Vereinigung der Schüler der Sekundarstufe (Fenaes) hatte zu den Protesten aufgerufen
Die Vereinigung der Schüler der Sekundarstufe (Fenaes) hatte zu den Protesten aufgerufen

Asunción. In der vergangenen Woche haben tausende Schüler der Oberstufe gegen die unzureichende Bildungspolitik in Paraguay demonstriert. Aufgerufen dazu hatte die Vereinigung der Schüler der Sekundarstufe (Fenaes) anlässlich der ersten 100 Tage der Regierung von Horacio Cartes. In zahlreichen Städten im ganzen Land gingen mehrere tausend Jugendliche auf die Straße, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen.

Ihre Proteste richteten sich in erster Linie gegen die geplanten Kürzungen und eine befürchtete Welle der Privatisierung im Bildungswesen. Federico Enciso, Generalsekretär der Vereinigung, forderte eine Erhöhung des Bildungsdbudgets von derzeit drei auf sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für die Entwicklung der Demokratie in Paraguay sei eine Verbesserung der Bildung der Menschen ein entscheidender Faktor. Er beschuldigte Präsident Cartes, durch weitere Budgetkürzungen im Bildungsbereich, "sein Volk auf Mittelmaß" halten zu wollen, um seinen "diktatorischen Regierungsstil" nicht zu gefährden.

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Gegenüber Prensa Latina sagte Enciso, dass ein Teil der geplanten Budgetkürzungen das Mittagessen in den Schulen sowie Schulutensilien betreffe. Auch befürchte er, dass erneut Schul- und Studiengebühren an staatlichen Bildungseinrichtungen erhoben werden könnten. Die Abschaffung der Gebühren sowie die Gewährleistung eines Mittagessens für alle Schüler waren Errungenschaften der linksgerichteten Regierung unter Fernando Lugo (2008-2012).

Im Bezug auf das erst kürzlich verabschiedete Gesetz der Öffentlich-Privaten Partnerschaft vermutet Enciso in den kommenden Jahren weitreichende Privatisierungen im Bildungssektor. Dies würde erneut zum Ausschluß großer Teile der armen Bevölkerung führen. Er bekräftigte, dass sich die Schülerorganisation mit weiteren sozialen Vereinigungen und Gewerkschaften zusammenschließen werde, um den Kampf gegen die Privatisierung zu verstärken und eine Verbesserung der Bildung aller Menschen in Paraguay zu erreichen.

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