Chile: Tränengas gegen Gedenkmarsch für Opfer der Diktatur

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Demonstration zum Gedenken an die Opfer der Pinochet-Diktatur am Sonntag
Demonstration zum Gedenken an die Opfer der Pinochet-Diktatur am Sonntag

Santiago de Chile. Einheiten der "Carabineros" genannten Militärpolizei sind am vergangenen Sonntag in der chilenischen Hauptstadt gewaltsam gegen eine Großdemonstration zum Gedenken an die Opfer der Pinochet-Diktatur vorgegangen. Darüber informierten Journalisten, die vor Ort waren.

So berichtete die Chile-Korrespondentin des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur, Beatriz Mitchell, während einer live-Übertragung, wie die Demonstranten zum Zentralfriedhof zogen, wo eine Abschlusskundgebung zum Gedenken an die Tausenden Ermordeten stattfinden sollte. Dort setzten die Militärpolizisten Tränengas ein und nahmen zahlreiche Demonstranten fest.

Gleichzeitig informierten die Korrespondenten des russischen Nachrichtensenders RT, Ignacio Jubilla und Santiago Aristia über Twitter, das sie von Tränengas-Granaten getroffen wurden, die von der chilenischen Polizei geworfen wurden, während sie über die Demonstration berichteten. "#Chile Vorfälle beim Marsch zum Gedenken an die Opfer des Militärputsches. Unser Team wurde von Tränengas getroffen", hieß es auf dem Twitter-Account @RT_Argentina.

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Der Carabinero-General Victor Herrera Pinto gab unterdessen bekannt, dass im Zusammenhang mit Aktivitäten zum Gedenken an den 40. Jahrestag des Militärputsches insgesamt 220 Personen festgenommen wurden.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die Militärpolizei einen große Demonstration von Studenten gewaltsam unterdrückt, die eine kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung für alle forderten und sich gegen Privatisierung in dem Sektor aussprachen. Die Rolle der Carabineros wird seit mehreren Jahren zunehmend in Frage gestellt, vor allem, nachdem sie im Jahr 2011 bei einem Demonstrationseinsatz einen Studenten getötet hatten.

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