Paraguay: Bauernproteste gegen Stationierung von Militär

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Landlose Bauern demonstrieren für soziale Unterstützung und gegen die Stationierung von Militäreinheiten
Landlose Bauern demonstrieren für soziale Unterstützung und gegen die Stationierung von Militäreinheiten

Asunción. Landlose Bauern haben in der vergangenen Woche wichtige Straßen im Norden des Landes blockiert. Damit protestierten sie gegen die Stationierung von Soldaten in der Region und für Maßnahmen gegen die ausgeprägte Armut unter der landlosen Bevölkerung. Organisiert wurden die Proteste von einem Zusammenschluss verschiedener Bauernorganisationen, der sogenannten "Coordinadora de Organizaciones Campesinas".

Zeitgleich marschierten in Asunción mehrere tausend Menschen durch die Straßen. Zu der Demonstration und der anschließenden Kundgebung vor dem paraguayischen Kongress war von verschiedenen Gewerkschaften, Indigenen- und Bauernverbänden aufgerufen worden. Vertreter übergaben dem neuen Präsidenten Horacio Cartes ein Papier, in dem sie unter anderem ebenfalls die Militarisierung im Norden Paraguays kritisierten. Die Straßenblockaden im Norden sowie die Demonstrationen in Asunción waren von den Organisatoren eng abgestimmt worden.

Nach der Amtseinführung des im April gewählten Präsidenten Horacio Cartes am 15. August, waren Soldaten in den nördlichen Regionen San Pedro, Concepción und Amambay stationiert worden. Ihre offizielle Aufgabe ist es, die dort angeblich agierende Guerrilla-Bewegung "Armee des Paraguayischen Volkes" (EPP) zu bekämpfen. Diese hatte in den vergangenen Monaten durch ein ihr zugeschriebenes Attentat auf den Großgrundbesitzer Luis Lindstron verstärkt mediale Aufmerksamkeit erhalten.

Die landlosen Bauern befürchten jedoch, dass die Regierung die Soldaten auch im Konflikt um die rechtmäßige Verteilung des Landes einsetzen könnte. Diese Befürchtungen sehen sie nach Festnahmen von Bauernführern bestätigt, denen eine Verstrickung mit der EPP vorgeworfen wird.

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