Mit Maria Eliete Juruna (Führungsperson des Volkes der Juruna Yudjá aus dem Indigenen Gebiet Paquiçamba im Bundestaat Pará, Brasilien), Letícia Abreu (Instituto Terramar, Brasilien), Larissa Vieira (Cáritas Brasileira, Brasilien), Flávio Machado (Conselho Indigenista Missionário – Cimi, Brasilien) und Jan Königshausen (Gesellschaft für bedrohte Völker, Deutschland), Moderation: Verena Glass (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro São Paulo).
Die Veranstaltung wird Portugiesisch-Deutsch simultan verdolmetscht.
Der Eintritt ist frei. Ohne Anmeldung.
Beginn um 18:00 mit der Weltpremiere des brasilianischen Dokumentarfilmes „Ser. Eis a questão“ (Brasilien 2026, 30 min., OmdU)
Zum Hintergrund:
Die ILO-Konvention Nr. 169 ist das einzige völkerrechtlich verbindliche internationale Abkommen, das die Rechte Indigener Völker umfassend schützt. Brasilien hat die Konvention 2002 ratifiziert, Deutschland 2021. Damit haben sich beide Staaten verpflichtet, die Rechte Indigener Völker zu achten, zu schützen und ihre Umsetzung zu gewährleisten.
Doch was bedeutet diese Verpflichtung in der Praxis – und welche Verantwortung hat Deutschland, wenn politische oder wirtschaftliche Entscheidungen Auswirkungen auf Indigene Völker in anderen Ländern haben?
Unsere Gäste aus Brasilien berichten über die Umsetzung der ILO-Konvention und ihre Erfahrungen mit Großprojekten wie Staudämmen, Rechenzentren oder dem Ausbau von Wasserstraßen, die indigene Territorien und Lebensgrundlagen betreffen können.
Im Mittelpunkt steht dabei die freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC): Was bedeutet es konkret, Indigene Völker vor solchen Projekten zu konsultieren? Reicht eine Anhörung aus oder muss ihre Zustimmung tatsächlich eingeholt werden? Wie weit reicht das Recht auf Selbstbestimmung – und welche Rolle spielen von Indigenen Völkern selbst entwickelte Konsultationsprotokolle bei rechtlichen Konflikten?
