Chile fasst letzten Verurteilten im Mordfall Víctor Jara

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Wandbild von Víctor Jara: "Schenk uns deine Kraft und deinen Mut zum Kämpfen"
Wandbild von Víctor Jara: "Schenk uns deine Kraft und deinen Mut zum Kämpfen"

Santiago de Chile. Chilenische Behörden haben den pensionierten Militärangehörigen Nelson Haase festgenommen. Haase war seit 2023 auf der Flucht vor der Justiz, nachdem er wegen der Ermordung des Musikers und Aktivisten Víctor Jara im Jahr 1973 verurteilt worden war. Haase wurde außerdem die Ermordung des damaligen Gefängnisdirektors Littré Quiroga zur Last gelegt. Nun soll er eine 25-jährige Haftstrafe verbüßen, davon 15 Jahre wegen der Morde an den beiden Männern und weitere zehn Jahre wegen Entführung.

Der Ex-Militär hielt sich laut Angaben von Radio Biobío auf einem Grundstück im ländlichen Gebiet der Gemeinde Puyehue in der Region Los Lagos versteckt. Haase war der letzte der in diesem Fall Verurteilten; nach dem rechtskräftigen Urteil der Zweiten Kammer des Obersten Gerichtshofs vom August 2023 stand seine Festnahme noch aus. Die ehemaligen Militärangehörigen Raúl Jofré González, Edwin Bianchi, Ernerto Wulf, Juan Jara Quintana, Ernesto Bethke und Hernán Cachón waren bereits wegen der gleichen Taten zu 25 Jahren Haft verurteilt worden.

Der ehemalige Militärstaatsanwalt Rolando Melo Silva bekam acht Jahre wegen Vertuschung. Víctor Jara, einer der bedeutendsten Vertreter der chilenischen Trova, Schauspieler, Theaterregisseur, Lehrer und Kommunist, wurde am Tag nach dem Staatsstreich gegen Präsident Salvador Allende zusammen mit Hunderten von Menschen an der heutigen Universität von Santiago de Chile festgenommen. In den frühen Morgenstunden des 16. September 1973 fanden Anwohner seine Leiche in der Nähe des Friedhofs Cementerio Metropolitano. Sein Körper wies 44 Schusswunden und deutliche Folterspuren auf. Neben ihm lag die Leiche des Gefängnisdirektors Littré Quiroga.