Honduras

Lateinamerikas Gewerkschaften mobilisieren nach Honduras

Weiterer Lehrer in Honduras ermordet. Kommission des Amerikanischen Gewerkschaftsverbandes besucht Honduras

Tegulcigalpa. Am vergangenen Sonntag wurde ein weiterer Lehrer in Honduras ermordet. Florencio Martin Barrientos Rivera befand sich nach Angaben der Lehrergewerkschaft COPEMH auf dem Rückweg von der Trauerfeier für seinen Kollegen Roger Abraham Soriano Vallejo, der am Vortag ermordet worden war. Die COPEMH machte in einer Presseerklärung die Sicherheitskräfte für den Mord verantwortlich: "Seine einzigen Feinde waren die Verantwortlichen für den Militärputsch, die Armee und die Polizei."

Nach Angaben der Internationalen Beobachtergruppe ist Barrientos Rivera das neunte Todesopfer seit dem Beginn der politischen Repression im Zusammenhang mit dem Putsch am 28. Juni. Die Beobachtergruppe ruft Lehrergewerkschaften weltweit auf, ihre Kollegen aus dem Bildungssektor in Honduras solidarisch zu unterstützen und die Morde zu verurteilen. Die Unterstützung durch Lehrer aus anderen Ländern sei umso nötiger, da das Putsch-Regime eine Kampagne der Einschüchterung und Repression speziell gegen Lehrkräfte verfolgt, weil diese sich aktiv an der Nationalen Front gegen den Staatsstreich beteiligen und einen erfolgreichen Generalstreik im ganzen Land ausgerufen haben.

Heute ist in Honduras eine 15 köpfige Delegation der Amerikanischen Gewerkschaftsföderation (CAS) eingetroffen. Die Gremienvertreter aus Gewerkschaften in ganz Lateinamerika wollen bis Sonntag verschiedene Städte im Land besuchen und dabei helfen, die Mobilisierungen gegen das De-Facto-Regime zu verstärken. "Wir werden außerdem die Gräueltaten des diktatorischen Regimes untersuchen." erklärte Iván González, Koordinator der CAS in Brasilien. Die Gewerkschafter werden sich außerdem mit ihren Kollegen der drei großen Gewerkschaftsdachverbände in Honduras treffen, der Gemeinsamen Arbeiterföderation von Honduras (CUTH), der Arbeiterföderation von Honduras (CTH) und der Allgemeinen Arbeiterzentrale(CGT). Alle drei Organisationen unterstützen den Widerstand gegen das Putsch-Regime und haben einen Generalstreik ausgerufen.

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