Mexiko: Oberstes Gericht überprüft Fall von Alberto Patishtán

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Alberto Patishtán
Alberto Patishtán

Mexiko-Stadt. Der Oberste Gerichtshof von Mexiko hat am 3. Oktober angekündigt, den Fall von Alberto Patishtán zu überprüfen. Der indigene Aktivist befindet sich seit zwölf Jahren in Haft. Seine Verurteilung im Jahr 2003 war nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen aufgrund falscher Anschuldigungen erfolgt.

Der zu 60 Jahren Haft Verurteilte aus Chiapas protestierte bereits zweimal mit einem Hungerstreik gegen seine Inhaftierung. Wegen dieses Protests wurde er im Herbst 2011 in ein 2.000 Kilometer entferntes Hochsicherheitsgefängnis in Sinaloa verlegt. Seitdem intensivierte das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas in San Cristóbal de las Casas die Kampagne für seine Freilassung, die von zahlreichen Organisationen und Personen in Mexiko und im Ausland unterstützt wird. Die Rückverlegung Patishtáns nach Chiapas Ende August war ein Teilerfolg dieser Kampagne.

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Am vergangenen Mittwoch wurde die Richterin Olga Sánchez Cordero beauftragt zu analysieren, ob der Fall wieder aufgerollt werden soll. Auf der Basis von Corderos Analyse, die in den nächsten Tagen erwartet wird, soll über die Zuständigkeit des Obersten Gerichtshofs entschieden werden.

Ende September wurde bei Alberto Patishtán, der seit vielen Monaten über eine sich verschlechternde Sehfähigkeit klagt, ein Hirntumor diagnostiziert, der die Ursache für seine Erblindung sein soll. Am Mittwoch dieser Woche wurde er aus einem Krankenhaus in der chiapanekischen Hauptstadt Tuxtla Gutiérrez in einer Ambulanz zum Flughafen transportiert. Seine Verwandten vermuten, dass eine Verlegung nach Mexiko-Stadt erfolgte, um den Tumor zu behandeln.

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