Bolivien / Politik

Morales hebt Vertrag mit Baufirma von umstrittener Straße in Bolivien auf

La Paz. Ein Vertrag mit der brasilianischen Baufirma OAS über die Errichtung der Nationalstraße 24 vom bolivianischen Departement Cochabamba nach Beni ist am Dienstag aufgehoben worden. Dies teilte Präsident Evo Morales nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ABI mit. Die Firma sollte die Sektionen I und III bauen, die Sektion II führt direkt durch das Indigene Territorium Isiboro Secure (TIPNIS) und ist seit mehr als einem halben Jahr in der öffentlichen Diskussion. Im Herbst 2011 wurden die Planungen nach einem Protstmarsch gegen die Straße per Gesetz gestoppt, ein weitere Protestmarsch gegen eben jenes Gesetz hatte Anfang dieses Jahres zur Folge, dass jetzt die Parkbewohner befragt werden sollen.

Diese Befragung der indigenen Gemeindes des TIPNIS sei durch die aktuelle Entwicklung nicht betroffen, sagte die Parlamentsabgeordnete Marianela Paco von der regierenden Bewegung zum Sozialismus (MAS). In der Befragung geht es auch darum, ob der im vergangenen Jahr im Gesetz festgeschriebene Status der "Unberührbarkeit" des Nationalparks aufrecht erhalten bleibt. Gegen diesen Status hatten sich insbesondere die Befürworter der Straße ausgesprochen, die sich von der Verbindung zwischen Villa Tunari (Cochabamba) und San Ignacio de Moxos (Beni) eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erhofft. Die Gegner der Straße fürchten neben der Zerstörung des Parks das weitere Vordringen von Siedlern, die Koka anbauen, sowie die Zunahme des Drogenhandels. Ende des Monats rufen sie erneut zu einem Marsch gegen die Straße auf

Der Vertrag mit der brasilianischen Baufirma OAS wurde vom Präsidenten mit der Begründung aufgelöst, das diese sich nicht an Absprachen gehalten habe. So seien die Bauarbeiten von der Firma zum Beispiel teilweise ohne Rücksprache mit den betroffenen Behörden eingestellt worden.

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