Chile: Vorbereitungen auf neuen Bildungsstreik

Santiago de Chile. Der Dachverband der Studierendenorganisationen, COFECH, und Lehrergewerkschaften bereiten in Chile einen neuen landesweiten Streik vor, der am morgigen Donnerstag stattfinden soll.

Nach Angaben von Jaime Gajardo, einem Funktionär der Lehrergewerkschaft, wendet sich der landesweite Protest erneut gegen die Privatisierung der Bildung und profitorientierte Träger von Bildungseinrichtungen. Gajardo wies zugleich Ankündigungen der rechtsgerichteten Regierung von Präsident Sebastián Piñera zurück, die staatliche Unterstützung für Kinder aus bedürftigen Familien anzuheben. Es gehe nicht um ein paar Pesos, kommentierte der Gewerkschaftsfunktionär das Angebot der Regierung nach wochenlangen Protesten. "Es geht hier um eine grundsätzliche Forderung: freie Bildung in ganz Chile."

Studierende, Lehrergewerkschaften und Sozialorganisationen fordern zudem die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung. Auf diese Weise könne das geltende Grundgesetz aus der Zeit des Pinochet-Faschismus (1973-1990) reformiert werden. Unter der Diktatur hatten zahlreiche neoliberale und antidemokratische Bestimmungen Verfassungsrang bekommen.

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