Brasilien / Politik

Abgeordnetenbüro in Rio war Kommandozentrale einer Mafiamiliz

Rio de Janeiro. Nachdem am Mittwochmorgen (Ortszeit) 80 Agenten der Polizeieinheit zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens (Draco) in Rio de Janeiro den Stadtverordneten Luiz André Ferreira da Silva und weitere Komplizen wegen Bandenbildung und Mitgliedschaft in einer Mafiamiliz verhaftet hatten, wurden laut der Tageszeitung Globo im Büro des Abgeordneten Beweise gefunden, dass von dort aus die Miliz operativ geführt wurde.

Da Silva und vierzehn weiteren (Ex-)Polizisten wird vorgeworfen, in dreizehn Vierteln im westlichen Stadtteil Jacarepaguá eine der berüchtigsten Mafiamilizen gebildet zu haben. Ihnen wird Mord, Folter, Erpressung, Stimmenkauf, illegaler Waffenbesitz sowie Schutzgelderpressung und weitere illegale Geschäfte vorgeworfen. Schätzungen zufolge hat die Miliz rund 400.000 Reais (umgerechnet 173.000 Euro) im Monat umgesetzt.

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Den Milizionären wird außerdem vorgeworfen, gegen die jetzige Chefin der Zivilpolizei, Martha Rocha, vor Jahren einen Mordanschlag geplant zu haben. Auch gegen eine namentlich nicht genannte Stadtverordnete sowie gegen den linken Politiker Marcelo Freixo soll die Bande Mordpläne gehabt haben.

Die Westzone von Rio de Janeiro gilt als Hochburg der Milizen, die als lokale Mafia ganze Stadtteile unter ihre Kontrolle gebracht haben.