Terror, welcher Terror?

ARD zeigt einseitiges Kolumbien-Bild

Viel FARC, etwas Escobar und ein demokratischer Rechtsstaat, das ist die Melange, mit der ARD-Korrespondent Stefan Schaaf am Sonntag Kolumbien präsentierte. Der Leiter des ARD-Studios in Mexiko-Stadt zeigte eben jenes einseitige Kolumbien-Bild, das die bürgerlichen Medien hierzulande gern vermitteln.

Seinen Film mit dem Titel "Terror in Kolumbien. Von Geiseln und Rebellen" beginnt er mit der Befreiung Ingrid Betancourts aus den Händen der FARC. Kein Wort über den dabei verursachten Bruch der Genfer Konvention durch die kolumbianische Armee, die dabei in das benachbarte Ecuador einmarschiert war. Vielmehr zeigt Schaaf den Zuschauern ein deutlich positives Bild des kolumbianischen Präsidenten, der für die Befreiung der kolumbianisch-französischen Politikerin verantwortlich zeichnete. Kein Wort über die rechtsextreme Politik Uribes, kein Wort über die Verbindung zwischen Uribes Politik und den Paramilitärs. Paramilitärs werden nur kurz mal erwähnt und dann auch nur als die Gegenspieler der Guerilla. Mit keinem Wort erwähnt Schaaf die Opfer der staatlichen Gewaltpolitik: Gewerkschafter, linke Oppositionelle, die von der Regierung gerne als Guerilleros bezeichnet und stigmatisiert werden.

Mit diesem Beitrag machte Schaaf deutlich, dass er sein Gehalt verdient hat - für regierungsfreundliche Berichterstattung.

Weitere Sendetermine auf Phoenix: 24.01.09, 11.00 Uhr Ι So, 25.01.09, 07.30 Uhr Ι So, 25.01.09, 18.00 Uhr

Ein deutlich anders Kolumbien-Bild lieferte Renate Werner direkt im Anschluss in ihrer Dokumentation "Kein Brot für Öl". Dort wurden staatlich gebilligte Vertreibungen von Kleinbauern, die Ermordung eben jener durch rechte Paramilitärs und oppositionelle Politiker in Kolumbien erwähnt.

Dieser Beitrag wird jedoch nicht wiederholt.


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