Uruguay / Kultur

Uruguay löst letztes WM-Ticket

Deutlicher geht’s nicht: Mit 5:0 haben die Südamerikaner das Team aus Jordanien im Heimstadion geschlagen

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Nationalteam von Uruguay auf der Homepage des Fußballverbandes
Nationalteam von Uruguay auf der Homepage des Fußballverbandes

Vor dem Hinspiel gegen Jordanien gab es in Uruguay noch warnende Stimmen, den Gegner nicht zu unterschätzen. Das hat niemand getan. Zunächst sah es so aus, als könnte der die Nummer 70 auf der Weltrangliste im eigenen Stadion in Amman, dem zweimaligen Weltmeister (1930 und 1950) Paroli bieten.

Aber schon nach knapp 20 Minuten war mit dem Treffer von Maximiliano Pereira die Luft raus. Der Traum vom Märchen aus 1001. Nacht verpuffte wie der Geist aus der Flasche.

Die "Brave Gentlemen", wie das jordanische Nationalteam genannt wird, verkamen in der Folgezeit zum Sparringpartner und hatten den “Urus” nicht mehr viel entgegenzusetzen. Cristian Stuani traf kurz vor der Halbzeit zum 0:2. In der zweiten Halbzeit trafen Nicolas Lodeiro (70.), Cristian Rodriguez (78.) und den Schlusstreffer setze Edinson Cavani in der Nachspielzeit. Ein Freistoß wie aus dem Bilderbuch – unhaltbar.

Nach dem verdienten 5:0-Sieg schreib die uruguayische Tageszeitung “El País”: "Die beste Sonne könnte nicht schöner und intensiver scheinen. Die Celeste kehrt an den Ort zurück, der sie so berühmt gemacht hat". Zugleich erinnerte das Blatt an den historischen Triumph bei der WM-Endrunde 1950 in Brasilien.

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Das Rückspiel war reine Formsache. Die Jordanier wollten schon gar nicht mehr antreten. Insgesamt sieben Spieler baten darum, für das Rückspiel nicht berücksichtigt zu werden. Ihr ägyptischer Trainer Hossam Hassan stellte sich jedoch vor seine Spieler und nahm die Schuld auf sich: "Ich trage die volle Verantwortung. Ich wollte die jordanischen Fans glücklich machen, aber mein Plan ist nicht aufgegangen."

Im mit 50.000 Zuschauern ausverkauften Estadio Centenario in der Hauptstadt Montevideo taten die uruguayischen Spieler jedoch schwer und kamen nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Die Jordanier hatten sich auf die Defensive konzentriert und Torwart Mohamad Shatnawi hielt gut.

Die Jordanier warten weiter auf ihre erste WM-Teilnahme. Wohingegen Uruguay bereits zum zwölften Mal an einer WM teilnimmt. Die Freude Am Rio de la Plata ist groß, im Gastgeberland Brasilien hält sie sich hingegen in Grenzen. Sind doch die “Urus” der Stachel im Fleisch der brasilianischen Fußballseele. Entgegen aller Erwartungen hatte Uruguay 1950 nämlich die von den Brasilianern im eigenen Land bereits sicher geglaubte WM gewonnen. Dabei hatte Brasilien damals alles dafür getan, dass ihr WM-Sieg nur eine Formalie sein sollte. Gespielt wurde im Gruppenmodus mit Punktesystem. Die Gruppenersten spielten dann im Jeder-gegen-Jeden-Modus den Weltmeister aus – einmalig in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft. Ein Unentschieden hätte Brasilien gereicht, aber Uruguay gewann das Spiel damals mit 2:1.

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