Caracas. Die USA und Israel haben ihre "Hilfseinsätze" in Venezuela offiziell beendet. Die Kooperation zwischen den beteiligten Ländern dauert jedoch an. Gleichzeitig werfen Teile der venezolanischen Bevölkerung den USA und Israel eine "imperialistische Einmischung" vor, die die Souveränität des südamerikanischen Landes untergrabe.
Der Kommandeur des US-Südkommandos, General Francis L. Donovan, teilte mit, dass die letzten Mitglieder des US-Teams Venezuela verlassen hätten. Damit sei die Unterstützung des US-Verteidigungsministeriums für die Erdbebenhilfemaßnahmen abgeschlossen.
Auch der Einsatz des israelischen Militärs in Venezuela ist beendet. Interimspräsidentin Delcy Rodriguez verabschiedete die israelische Delegation im Rahmen einer Arbeitssitzung und bedankte sich für deren Unterstützung. In einer Stellungnahme schreibt die Pressestelle der venezolanischen Präsidentin: "Die Delegation des Staates Israel beendet ihren Einsatz im Land, nachdem sie ihre operative Erfahrung bei der Bewältigung internationaler Notfälle eingebracht hat." Auf die völkerrechtlich umstrittenen Einsätze israelischer Soldaten im palästinensischen Gazastreifen ging die Präsidentin nicht ein.
Die Zusammenarbeit auf ziviler Ebene geht unterdessen weiter. Darauf weisen unter anderem Veröffentlichungen der israelischen Nichtregierungsorganisation IsraAID und der Universität Tel Aviv hin. Nur wenige Tage nach der Verabschiedung der israelischen Militärdelegation veröffentlichte IsraAID einen Kurzbericht ihres seit mehr als einem Monat laufenden Einsatzes in Venezuela. Die Organisation erklärte: "Wir werden den betroffenen Gemeinden in Venezuela so lange zur Seite stehen, wie es nötig ist."
Auch die Universität Tel Aviv berichtet über den Einsatz ihrer Studenten. Mehrere Mitglieder und Absolventen des Fachbereichs für Notfall- und Katastrophenmanagement befinden sich demnach in Venezuela. Einige von ihnen arbeiten zugleich für IsraAID. "In den kommenden Wochen werden wir einige ihrer Berichte aus dem Einsatzgebiet veröffentlichen", teilte der Fachbereich mit.
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In Teilen der venezolanischen Bevölkerung stößt die Zusammenarbeit mit den USA und Israel auf Kritik. Am 24. Juli, dem Gedenktag an die Geburt des Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar, demonstrierten auf der Plaza Bolívar in Caracas Hunderte Aktivisten gegen die Präsenz beider Staaten in Venezuela. Die Kundgebung unter dem Titel "Gegen Imperialismus und Zionismus" wurde von der Antiimperialistischen Front organisiert, einem neu gegründeten Bündnis von Basisbewegungen. Die Teilnehmer lehnen den wachsenden Einfluss Washingtons auf Venezuela ab.
Ein Teilnehmer warnte vor der ausländischen Präsenz: "Wir müssen gegenüber der Präsenz der USA und der Zionisten hier sehr wachsam sein. […] Trump und Netanyahu sind Kriegsverbrecher. Sie können nicht so tun, als läge ihnen das venezolanische Volk am Herzen." Auch Hindu Anderi, Koordinatorin der Internationalen Plattform zur Solidarität mit der palästinensischen Sache, kritisierte die israelische Präsenz: "Wir sind hier, um für das palästinensische Volk zu kämpfen. […] Für uns ist die israelische Präsenz ein Rückschlag."
Der Protest in Caracas war von zahlreichen palästinensischen Flaggen, Rufen wie "Weg mit den Yankees und den Zionisten" sowie dem Verbrennen von US-amerikanischen und israelischen Flaggen geprägt.
Trotz der Proteste traf sich Interimspräsidentin Rodriguez am 29. Juli mit einer Delegation von Kongressabgeordneten aus den USA. Bei dem Treffen besprachen die Teilnehmer die Maßnahmen nach dem Erdbeben, die bilaterale Zusammenarbeit im Energiebereich, mögliche Investoren sowie die Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität. Auch gegen dieses Treffen protestierten die Demonstranten und forderten Interimspräsidentin Rodriguez auf, "die Souveränität durchzusetzen".

