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China setzt Panama im Streit um den Kanal unter Druck

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Panama und China im Gespräch, wie hier im Mai in New York. Der Konflikt ist bislang jedoch nicht gelöst
Panama und China im Gespräch, wie hier im Mai in New York. Der Konflikt ist bislang jedoch nicht gelöst

Panama-Stadt/Peking. China hält seit März 2026 in hoher Zahl Handelsschiffe unter panamaischer Flagge in seinen Häfen fest. Allein im April zählte die britische Sicherheitsfirma Ambrey 136 Festsetzungen panamaisch geflaggter Schiffe, das 6,4-Fache des Durchschnitts von 2025. Im Mai wurden sogar 140 Schiffe festgesetzt, der höchste Monatswert seit Beginn der Krise. Peking begründet die Maßnahmen offiziell mit Hafenstaatskontrollen.

Auslöser ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Panama, das Ende Januar 2026 die Konzession des Hongkonger Konzerns CK Hutchison für die Containerterminals Balboa und Cristóbal für verfassungswidrig erklärte (amerika21 berichtete). Peking bezeichnet das Urteil als "Akt böser Absicht" und sieht hinter der Entscheidung US-amerikanischen Druck. CK Hutchison leitete ein internationales Schiedsverfahren ein und fordert mehr als zwei Milliarden US-Dollar Schadenersatz.

Ein zweiter Vorgang dürfte zudem in Peking auf Kritik gestoßen sein: Der Konzern wollte sein weltweites Hafengeschäft samt der Panama-Häfen für rund 20 Milliarden Dollar an ein Konsortium um BlackRock und MSC verkaufen.

Fachleute werten die Festsetzungen als Form asymmetrischen wirtschaftlichen Drucks. Pekings Botschaft an Panama und andere Regierungen laute, dass Entscheidungen gegen chinesische Interessen einen Preis hätten, so die Ökonomin Alicia García-Herrero und der US-Analyst Evan Ellis.

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Die Folgen für Panama sind erheblich. Die anhaltende Festsetzungswelle treibt immer mehr Reedereien dazu, ihre Schiffe vom panamaischen Register abzumelden. Ein erstes Spitzentreffen der Außenminister Javier Martínez Acha und Wang Yi am 26. Mai in New York beendete die Festsetzungen nicht.

Der Streit ist Teil der geopolitischen Rivalität zwischen den USA und China um den Kanal, durch den bis zu sechs Prozent des Welthandels laufen. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, den Kanal "zurückzuholen". Schätzungsweise 70 Prozent der durchquerenden Fracht haben Ursprung oder Ziel in den USA. Die engen wirtschaftlichen Bindungen an die USA bestehen unterdessen fort: Die Panamakanalbehörde und der US-Hafen PortMiami verlängerten ihr Kooperationsabkommen von 2003 um weitere fünf Jahre.

China appellierte an den panamaischen Patriotismus und verwies auf historische Vergehen der USA wie die Invasion von 1989. Laut konservativen Medien wie der kolumbianischen Zeitung El Tiempo, die kritisch gegenüber China stehen, fehle dem zentralamerikanischen Land jedoch eine kohärente außenpolitische Doktrin für den Umgang mit dem Kanal. Seit dem Bruch mit Taiwan 2017 habe es seine Beziehungen zu Peking weitgehend improvisiert.