Addis Abeba. Die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) haben auf ihrem 39. Gipfeltreffen am vergangenen Wochenende gefordert, dass die USA die Zwangsmaßnahmen gegen Kuba beenden. Dies geht aus Informationen von telesur und des kubanischen Außenministeriums hervor. Es ist bereits das 17. Mal, dass die afrikanischen Staats- und Regierungschefs das Ende der Blockade der Karibikinsel verlangen.
Der AU-Gipfel rief zudem zum dritten Mal in Folge explizit dazu auf, Kuba von der Liste der staatlichen Förderer des Terrorismus zu streichen. Die vom US-Außenministerium veröffentlichte Liste führt Staaten auf, die von besonders strengen einseitigen Sanktionen betroffen sind.
Außerdem kritisierte die AU die Fernwirkung der US-Sanktionen. Diese würden die Souveränität von Drittstaaten verletzen und internationale Handelsbeziehungen massiv behindern. Insbesondere wird die Anwendung des US-amerikanischen Helms-Burton-Gesetzes als völkerrechtswidrig kritisiert. In der Resolution heißt es nach Angaben von TeleSur, "Titel III des Helms-Burton-Gesetzes ist nach wie vor ein ungerechtes extraterritoriales Instrument, das Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Bürger allein aufgrund ihrer Verbindungen zu Kuba ermöglicht".
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Der kubanische Staatspräsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez erklärte auf X: "Wir begrüßen die Verabschiedung der Resolution zur Verurteilung der Blockade durch die Vereinigten Staaten durch die afrikanischen Staatschefs, in der erneut die Streichung Kubas aus der einseitigen Liste der Staaten, die Terrorismus unterstützen, gefordert wurde."
Schon am 30. Januar veröffentlichte der in Süfafrika regierende African National Congress (ANC) ein Kommuniqué in Solidarität mit Kuba. "Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) verurteilt aufs Schärfste die vollständige Blockade der Treibstofflieferungen an Kuba. Diese Maßnahme stellt einen direkten Angriff auf das kubanische Volk dar und ist eine Fortsetzung der jahrzehntelangen gezielten wirtschaftlichen Sabotage und Strangulierung durch ein ungerechtes und einseitiges Embargo", heißt es in der Erklärung.
Die Resolution der AU bekräftigt noch einmal die Bande zwischen Kuba und dem afrikanischen Kontinent, die über bloße diplomatische Beziehungen hinausgehen. Historisch kann diese Partnerschaft auf das Engagement Kubas in der Dekolonisierung, wie beispielsweise in Angola, sowie den aktiven Beitrag zum Sturz des Apartheidsystems in Südafrika zurückgeführt werden. Ein zentraler Punkt der Zusammenarbeit ist in den letzten Jahren die Entsendung kubanischer Ärztebrigaden geworden. So entsendete Kuba beim Ausbruch des Ebola-Virus und während der COVID-19-Pandemie Ärztebrigaden, um die jeweiligen Gesundheitsnotlagen zu bekämpfen.


