Buenos Aires/Havanna. Der argentinische Intellektuelle und Politologe Atilio Borón hat anlässlich des 99. Geburtstags von Fidel Castro die Aktualität des politischen Denkens des kubanischen Revolutionärs hervorgehoben. In einem Beitrag betonte Borón besonders Castros Rede auf der UN-Klimakonferenz in Rio de Janeiro im Juni 1992.
Castro sagte damals: "Eine bedeutende biologische Gattung ist aufgrund der schnellen und fortschreitenden Beseitigung ihrer natürlichen Lebensbedingungen vom Aussterben bedroht: der Mensch." Weiter führte er aus: "Die Wälder verschwinden, die Wüsten weiten sich aus, Milliarden Tonnen fruchtbarer Erde verschwinden jährlich im Meer. Zahlreiche Arten sterben aus. Der aus dem Bevölkerungszuwachs resultierende Druck und die Armut führen zu verzweifelten Anstrengungen, um selbst auf Kosten der Natur zu überleben. Man kann dafür nicht die Länder der 'dritten Welt' verantwortlich machen, die gestern Kolonien waren und heute durch die ungerechte Weltwirtschaftsordnung ausgebeutete und ausgeplünderte Nationen sind. (…) Wenn man die Menschheit vor dieser Selbstzerstörung retten will, müssen die Reichtümer des Planeten und die verfügbaren Technologien besser verteilt werden (…). Es muss eine gerechte internationale Wirtschaftsordnung durchgesetzt werden. Alle notwendigen wissenschaftlichen Forschungen müssen für eine nachhaltige Entwicklung ohne Umweltverschmutzung eingesetzt werden. Es soll die Umweltschuld bezahlt werden und nicht die Auslandsschuld. Es soll der Hunger verschwinden und nicht die Menschheit."
Nach Ansicht von Atilio Borón zeigen diese Aussagen, die Fidel Castro während der kubanischen Spezialperiode gemacht hat, die Weitsicht Castros, mit der er seiner Zeit und der Mehrheit der damals verantwortlichen Staats- und Regierungschefs voraus war.

