Havanna/Washington/Montreal. Maßnahmen der aktuellen US-Regierung beeinträchtigen die Teilnahme internationaler Sportler:innen an internationalen Wettkämpfen in den USA und könnten auch die Durchführung der Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles beeinflussen.
Bei anderen Sportveranstaltungen in den USA sind bereits jetzt vor allem Sportler:innen aus Kuba betroffen. Die Medienplattform Cubainformación befürchtet, dass kubanischen Sportler:innen die Teilnahme an Olympia 2028 in Los Angeles verweigert werden könnte, und stellt die Frage, ob den USA die Austragung der Olympischen Spiele entzogen werden sollte, weil einige ihrer Maßnahmen den olympischen Geist und die Prinzipien des Sports verletzten.
Die Trump-Regierung hat in jüngster Zeit ein Veto-Recht gegenüber Sportteams und einzelnen Sportler:innen bestimmter Länder bei internationalen Sportwettkämpfen in den USA ausgeübt. In diesem Jahr haben die US-Behörden kein einziges Sportvisum für Kuba erteilt. Insgesamt verweigerten sie 81 Kubanern aus acht Disziplinen die Visa, sodass sie nicht an Wettkämpfen in den USA und in US-Gebieten wie Puerto Rico und den Jungferninseln teilnehmen konnten.
Diese Einreiseverweigerungen betrafen zum Beispiel die Basketball-Auswahl der Männer für den Americup in Puerto Rico im Februar. Im März durfte eine Delegation von 14 kubanischen Athleten nicht an der Weltmeisterschaft des Atletismo Máster Bajo Techo in Florida teilnehmen. Kürzlich konnte die kubanische Volleyball-Auswahl der Frauen nicht in Puerto Rico an der Final Four Noreca antreten, was auch bedeutete, dass sie nicht um den Titel des Kontinents kämpfen konnte. Besonders betroffen war das weibliche Nachwuchs-Softball-Team: Die kubanischen Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren konnten in Puerto Rico nicht spielen, weil die USA ihren Begleitern die Visa verweigerten.
Die US-Regierung antwortet in der Regel nicht auf Anträge für Sportvisa für kubanische Athleten. Die Ablehnung der Visa für die kubanische Volleyball-Auswahl der Frauen wurde ausnahmsweise mit der Begründung abgelehnt, es gelte, "die USA vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit zu schützen".
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Auch andere Länder sind von diesen Verboten und der Politik der Trump-Regierung betroffen. So durfte der brasilianische Tischtennisspieler Hugo Calderano im Juli nicht am WTT Grand Smash in Las Vegas teilnehmen, weil er vor zwei Jahren bei der Panamerikanischen Meisterschaft in Kuba gespielt hatte.
Hinzu kommt das Klima der Unsicherheit, das die US-Politik in anderen Ländern auslöst. Die Fußballauswahl der Kaiman-Inseln beschloss kürzlich, nicht gegen Kuba anzutreten, da die meisten ihrer Spieler ein Studentenvisum für die USA besitzen und befürchteten, dieses bei einer Reise nach Kuba zu verlieren.
In den USA dürfen zudem Transfrauen künftig nicht mehr bei olympischen Wettkämpfen antreten. Das Nationale Olympische und Paralympische Komitee der USA (USOPC) erklärte, es sei eine aktualisierte Richtlinie in Kraft getreten, die "ein faires und sicheres Wettkampfumfeld für Frauen gewährleisten" solle. Als staatlich anerkannte Organisation habe man die Verpflichtung, "die Erwartungen der Regierung zu erfüllen". Trumps Verordnung trägt den Titel "Keine Männer im Frauensport" und sieht die Streichung von Bundesmitteln unter anderem für Schulen und Hochschulen vor, die Transmädchen und -frauen in ihre Frauenteams aufnehmen. In dem Dekret wird betont, dass die US-Regierung auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) dazu drängen soll, das eigene Regelwerk zu überarbeiten.
Es gibt zudem einen Konflikt zwischen den US-Behörden und der Welt-Antidopingagentur (WADA), weil die USA den Fall von 23 chinesischen Schwimmsportlern erneut prüfen wollen, obwohl die WADA bereits eine Entscheidung getroffen hat. Nach Einschätzung von Dick Pound, einem ehemaligen Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, riskieren die USA, sowohl die Olympischen Sommerspiele 2028 als auch die Olympischen Winterspiele 2034 zu verlieren, wenn die US-Strafverfolgungsbehörden bei ihren Ermittlungen gegen chinesische Schwimmer zu weit gehen.

