Guatemala-Stadt. Die US-Regierung verstärkt über das Südkommando (Southcom) und das FBI ihre militärische und sicherheitspolitische Präsenz in Guatemala. Laut dem Investigativportal Avispa Midia richtet das US-Militär derzeit mindestens drei neue Einrichtungen in strategisch wichtigen Regionen des Landes ein. Parallel dazu eröffnet das FBI einen neuen Standort in der Hauptstadt Guatemala-Stadt. Offiziell dient der Ausbau der "Sicherheitszusammenarbeit" und der "Bekämpfung des organisierten Verbrechens". Kritiker:innen sehen darin allerdings eine geopolitische Einflussnahme in dem Land vor dem Hintergrund schwindenden Einflusses der USA in der Region.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Joint Task Force Bravo (JTF-Bravo), eine Eliteeinheit des US-Südkommandos mit Sitz auf der Luftwaffenbasis Soto Cano in Honduras. Unter dem Deckmantel von humanitärer Hilfe und Katastrophenschutz plant das JTF-Bravo neue Operationen und Trainingszentren in den guatemaltekischen Departamentos Petén, Izabal und San Marcos. Diese Regionen grenzen an Mexiko, Belize und das Karibische Meer und sind strategische Knotenpunkte für Migration, Drogenhandel und wirtschaftliche Interessen.
Zudem kündigte das FBI in Kooperation mit der guatemaltekischen Regierung an, ein Büro in Guatemala-Stadt zu eröffnen. Damit wäre erstmals eine US-Bundespolizei dauerhaft im Land stationiert. Laut US-Botschaft sollen damit "grenzüberschreitende Bedrohungen" besser bekämpft werden. Bereits 2023 hatten hochrangige Vertreter:innen des FBI und des US-Justizministeriums mehrere Treffen mit lokalen Sicherheitsbehörden in Guatemala abgehalten.
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Beobachter:innen kritisieren diese Entwicklungen scharf. Die USA würden humanitäre Vorwände nutzen, um ihre geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen, heißt es in dem Bericht von Avispa. Besonders brisant ist der Ausbau der US-Präsenz vor dem Hintergrund wachsender chinesischer Investitionen in Mittelamerika, auch in Guatemala.
Teil der US-Strategie ist auch die multinationale Militärübung Centam Guardian, die 2024 unter Beteiligung von 350 Einsatzkräften aus Mittelamerika und den USA in Guatemala stattfand. Laut Southcom diente das Manöver dem Ausbau von Interoperabilität und Reaktionsfähigkeit in "Krisenszenarien". Kritiker:innen sehen darin eine Militarisierung der regionalen Sicherheitspolitik unter US-Führung, bei der nationale Souveränität zunehmend untergraben werde.
Menschenrechtsorganisationen und indigene Gruppen in Guatemala warnen schon seit längerer Zeit vor einer weiteren Militarisierung des Landes und der Einmischung in souveräne Angelegenheiten. Die Geschichte US-amerikanischer Interventionen in der Region sei eine Geschichte von Repression, Gewalt und Kontrolle. Daran erinnere die aktuelle Entwicklung nur allzu deutlich.

