Bogotá. Die Zeitung El País hat Audioaufnahmen von einem privaten Gespräch veröffentlicht, in denen sich der ehemalige Außenminister Álvaro Leyva zu einem möglichen Machtwechsel in der kolumbianischen Regierung äußert. Der konservative Politiker berichtet darin unter anderem über Gespräche mit US-Politikern wie Marco Rubio, Mario Díaz-Balart und Vertretern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Medienberichten zufolge diskutiert er mögliche Strategien, um die Legitimität von Präsident Gustavo Petro infrage zu stellen. Auch die Vizepräsidentin Francia Márquez wird erwähnt. Leyva erklärte, die Aufnahmen stammten aus einem privaten Gespräch und wies alle Vorwürfe eines Putschversuches zurück.
Die kolumbianische Regierung reagierte umgehend. Präsident Petro sprach von einem "weichen Putsch" und warnte vor einer möglichen Koordination zwischen politischen, wirtschaftlichen und medialen Akteuren mit dem Ziel, seine Regierung zu destabilisieren. Er äußerte außerdem die Vermutung, dass auch bewaffnete Gruppen wie das Clan del Golfo oder die Guerillaorganisation ELN in eine solche Strategie eingebunden werden könnten.
Márquez betonte, nicht in etwaige Destabilisierungspläne involviert zu sein.
Die US-Regierung wies jede Beteiligung entschieden zurück. Gleichzeitig wurde der höchste US-Diplomat in Bogotá zu Konsultationen nach Washington zurückgerufen. Die kolumbianische Zeitschrift Revista Raya berichtete zudem über Kontakte zwischen US-Politikern und kolumbianischen Oppositionsvertretern in Florida.
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Außerdem erhielt der US-Außenminister Marco Rubio ein Schreiben, in dem ihm mehrere frühere kolumbianische Minister ihre Kritik an der Außenpolitik der Regierung Petro erläuterten. Einige der vermeintlichen Mitunterzeichner distanzierten sich jedoch später öffentlich von dem Brief und gaben an, nicht konsultiert worden zu sein.
Die kolumbianische Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit eingeleitet. Sollte sich der Vorwurf des Hochverrats bestätigen, drohen laut Artikel 455 des kolumbianischen Strafgesetzbuchs hohe Haftstrafen.
Im Hintergrund steht eine tiefere politische Auseinandersetzung. Präsident Petro versucht, mit sozialen Reformen in den Bereichen Arbeit, Rente und Gesundheit tiefgreifende Veränderungen im Land anzustoßen. Diese Vorhaben stoßen bei traditionellen Eliten auf Widerstand.

