Peru / Menschenrechte

Peru: Bereits 3.400 verschwundene Mädchen und Frauen im Jahr 2021

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Die peruanische Ombudsstelle präsentierte ihren neuen Bericht über vermisste Mädchen und Frauen
Die peruanische Ombudsstelle präsentierte ihren neuen Bericht über vermisste Mädchen und Frauen

Lima. Einem Bericht der peruanischen Ombudsstelle für Menschenrechte zufolge sind in den letzten sieben Monaten mehr als 3.400 Mädchen und Frauen als vermisst gemeldet worden. Im Durchschnitt verschwinden demnach 16 Mädchen und Frauen am Tag – eine alle 90 Minuten. Der Report erstreckt sich auf den Zeitraum von Januar bis Juli 2021 und hebt einen Anstieg der Vermissten von 16 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres hervor.

Bei den Verschwundenen handelt es sich um 1.243 Frauen und 2.182 Mädchen, überwiegend aus den Großstädten. Mit großem Abstand sind die meisten der Mädchen und Frauen in der Hauptstadt Lima verschwunden, andere kamen überwiegend aus den Städten Arequipa, Lambayeque, Callao und Cusco.

Im selben Zeitraum wurden darüber hinaus 92 Femizide, 79 versuchte Femizide sowie 23 weitere gewaltsam ums Leben gekommene Frauen registriert.

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Im Bericht der Ombudsstelle wird zudem auf administrative und politische Defizite in der Prävention und Aufarbeitung des Verschwindenlassens hingewiesen. So fordert die Behörde unter anderem, ein zentrales Register zur Erfassung und Suche von verschwundenen Personen zu stärken, indem beispielsweise ein direkter Zugang zu Warnhinweisen aus den Monaten vor dem Verschwinden ermöglicht wird. Diese verbleiben derzeit auf der Plattform, wo sie erstmalig registriert worden sind.

Das Informationsregister verschwundener Personen (Reniped) sollte zudem die Anzahl der verschwundenen Personen sowie den Ort ihres Verschwindens enthalten sowie um eine weitere Unterteilung nach Alter und Geschlecht ergänzt werden. Darüber hinaus fordert die Ombudsstelle die Aufstockung der polizeilichen Kapazitäten für das Informationsregister, für Notfallzentren für Frauen und für polizeiliche Einheiten für speziellen Schutz gefährdeter Frauen.

Das Verschwinden von Frauen ist eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt und verknüpft mit anderen Delikten wie Femizid, Menschenhandel und sexueller Gewalt. Daher sei es unerlässlich, dass dies in den politischen Prozess des Neuen Nationalen Plans gegen geschlechtsspezifische Gewalt, der bis 2022 ausgearbeitet werden soll, einfließe. Nur dies ermögliche die Sichtbarmachung der Problematik, die Spezialisierung der Anlaufstellen für Opfer sowie die Formulierung und Umsetzung nationaler wie regionaler politischer Maßnahmen.

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