Mexiko verweigert US-Konzern Argonaut Gold-Schürfrechte

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Karawane "Toxi-Tour": Knapp 1.300 Kilometer und acht Tage Anschauungsunterricht zu den Umweltverbrechen transnationaler und mexikanischer Unternehmen
Karawane "Toxi-Tour": Knapp 1.300 Kilometer und acht Tage Anschauungsunterricht zu den Umweltverbrechen transnationaler und mexikanischer Unternehmen

Dolores Hidalgo/Guanajuato, Mexiko. Am Abend des 12. Januar haben politische Basisgruppen und Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern in Mexiko im Kampf gegen den geplanten Tagebau am Cerro del Gallo in der Gemeinde San Anton de las Minas einen Erfolg verbucht: Am 19. Dezember 2019 hatte das Umweltministerium der kanadischen Bergbaufirma Agronaut Gold sowohl die benötigte Änderung der Flächennutzung als auch den Abbau an sich untersagt. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die zu erwartenden Folgen für das bereits geschädigte Grundwasserreservoir und die Umwelt.

Die beteiligten 20 Gemeinden, die "Koalition für die Verteidigung des Beckens der Unabhängigkeit" (CODECIN), das "Zentrum für landwirtschaftliche Entwicklung" (CEDESA) und weitere Gruppen werteten die Entscheidung als Erfolg ihrer Arbeit. Im vergangenen Jahr hatten die Initiativen verstärkt auf die Grundwasserproblematik in diesem Becken des Rio Laja aufmerksam gemacht. Im Dezember wurden sie durch den Besuch der "ToxiTour", einer international begleiteten Delegation, unterstützt. Die in der Region aktiven Bewohner verbleiben in Alarmbereitschaft, denn das Unternehmen kann den Beschluss des Umweltministeriums jederzeit anfechten. Der Landkreis hat sich gegen den Abbau ausgesprochen, doch die Regierung des Bundesstaats Guanajato verhält sich bislang ambivalent.

Noch am 18. Dezember hatte Argonaut Gold in einer Pressemitteilung auf das positive Ergebnis einer vorläufigen Machbarkeitsstudie verwiesen. Falls das Unternehmen die Bewilligung doch noch erhielte, würden in dem geplanten Tagebau pro Jahr sechs Millionen Tonnen Abraum extrahiert und das Gold mit Zyanidlösung aus dem Gestein herausgewaschen werden. Damit wäre nicht nur ein hoher Wasserverbrauch, sondern auch eine Belastung der Umwelt mit großen Mengen hochgiftiger Abwässer verbunden. Seit vielen Jahren wird das Grundwasser der Region allein schon durch die Bewässerung großer, für industrielle Landwirtschaft genutzter Flächen übernutzt.

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