Aktivisten fordern Freilassung von Deutschem in Venezuela

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Kampagne zur Freilassung von Peter Krauth
Kampagne zur Freilassung von Peter Krauth

Caracas. Der deutsche linksradikale Aktivist Peter Krauth ist in Venezuela festgenommen worden. Grundlage dazu war ein internationaler Haftbefehl der deutschen Behörden, die ihn der "Verabredung zu einem Sprengstoffverbrechen" beschuldigen.

Am 5. Dezember 2019 verfasste das Komitee für Grundrechte und Demokratie einen Appell an Präsident Nicolás Maduro, Peter Krauth nicht nach Deutschland auszuliefern. Zudem bitten sie um die Freilassung des Aktivisten.

In der Begründung beziehen sich die Verfasser auf einen weiteren Fall im selben Verfahren: 2014 war im Rahmen desselben Ermittlungsverfahrens Bernhard Heidbreder in Venezuela festgesetzt worden. Zielfahnder des Bundeskriminalamts (BKA) hätten den 53-Jährigen im venezolanischen Mérida aufgespürt und örtliche Spezialkräfte hätten ihn festgenommen, hieß es damals in deutschen Sicherheitskreisen. Heidbreder wurde in Deutschland seit 1995 mit Haftbefehl gesucht und seine Auslieferung gefordert. Bereits 2015 war der Aktivist jedoch vom Tribunal Supremo de Justicia in Venezuela freigesprochen und seine Auslieferung verhindert worden. Die Vorwürfe waren in Venezuela verjährt.

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft gehörten beide der Gruppe "Das K.O.M.I.T.E.E." an. Diese verübte einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundeswehr und versuchte, ein im Bau befindliches Abschiebe­gefängnis in Berlin-Grünau zu sprengen. Diese Taten richteten sich laut einem Schreiben gegen die ihrer Ansicht nach "repressive Politik der BRD nach innen und außen" sowie gegen "Deutschland als Kriegspartei im Völkermord in Kurdistan". Seit 1995 bezeichnet der Bundesgerichtshof die Gruppe als "links-terroristische Vereinigung". Heidbreder, Krauth und ein weiterer Beschuldigter, Thomas Walter, sind seit 1995 untergetaucht.

Die Fahndung nach dem Trio habe den Behörden heftige Kritik eingebracht, berichtete Spiegel Online bereits anlässlich der Inhaftierung von Heidbreder. Unter anderem seien Redaktionsräume von Zeitungen durchsucht und Telefone von Rechtsanwälten abgehört worden.

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