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US-Sanktionen treffen Tourismus in Kuba, Einbruch von zehn Prozent erwartet

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Die USA wollen Kubas Tourismus gezielt schädigen
Die USA wollen Kubas Tourismus gezielt schädigen

Havanna. Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Kuba wird den Tourismus in dem Karibikstaat nach Einschätzung der sozialistischen Regierung empfindlich treffen. Die Besuche werden bis zum Ende des Jahres voraussichtlich um über zehn Prozent gegenüber 2018 zurückgehen, hieß es aus dem Tourismusministerium.

Laut dem kubanischen Tourismusminister Manuel Marrero werden sich die von der Regierung Donald Trumps angeordneten Maßnahmen "im weiteren Jahresverlauf auf 560.000 US-Amerikaner auswirken", die nach Kuba hätten reisen wollen. Die Prognosen für den Jahresabschluss seien daher von 5,1 Millionen Touristen auf 4,3 Millionen Besucher korrigiert worden. Die US-Maßnahmen treffen neben dem US-Tourismus auch andere ausländische Touristikunternehmen, die Kuba aus Angst vor Strafen nun nicht mehr ansteuern.

Die neuen US-Sanktionen, die seit Juni die Reise mit Privatflugzeugen, Yachten und Kreuzfahrtschiffen verbieten, erschweren es vor allem US-Amerikanern noch mehr, Kuba zu besuchen. Reisen in den sozialistischen Karibikstaat waren schon zuvor durch eine seit 1962 bestehende Blockade erschwert worden.

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Bislang sind in diesem Jahr drei Millionen ausländische Besucher auf die Insel gekommen, wobei Russland führend ist: Im Vergleich zu 2018 kamen 40,3 Prozent mehr Besucher von dort nach Kuba.

Der Tourismus leistet nach Dienstleistungen im Ausland einen wichtigen Beitrag zur kubanischen Wirtschaft, trägt rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und schafft eine halbe Million Arbeitsplätze.

Die kubanischen Tourismusbehörden haben sich zum Ziel gesetzt, Veranstaltungstourismus stärker zu fördern und Havanna zum Hauptzentrum internationaler Konferenzen zu machen. Zudem wird Havanna in diesem Jahr sein 500-jähriges Bestehen feiern. Rund die Hälfte der Kuba-Besucher wird den Prognosen zufolge zu zahlreichen Events in die Hauptstadt strömen.

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