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Rapa Nui: Besetzung von Chiles wichtigsten Touristenattraktionen

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Moai-Statuen auf Rapa Nui
Jährlich besuchen unzählige TouristInnen Rapa Nui, um die bekannten Moai-Staturen zu besichtigen. Ohne Folgen für die BewohnerInnen bleibt der Andrang auf der Insel nicht

Isla de Pascua, Chile. Indigene haben den Nationalpark Rapa Nui auf der Osterinsel besetzt, um auf den rücksichtslosen Umgang mit Kulturgütern der indigenen Bevölkerung, verstopfte Transportmittel und kein Fortschritt bei den Verhandlungen über ein neues Migrationsgesetz aufmerksam zu machen. Immer mehr Menschen aus Kontinental-Chile wandern auf die Insel. So dominiert auf der Insel, deren indigener Name „Rapa Nui“ ist, immer stärker die spanisch-chilenische Kultur. Zudem profitieren Menschen vom Kontinent von der Tourismusindustrie. Die indigene Bevölkerung will mehr Mitspracherechte über den Umgang mit ihrem kulturellen Erbe. Schliesslich entstehen auch logistische Probleme. Oft seien alle Flug- und Schiff-Tickets zwischen Osterinsel und Kontinent ausverkauft, die Preise stiegen, so der Präsident des “Parlamento Rapa Nui” gegenüber El Ciudadano TV. Nach Kontinental-Chile reisen zu können ist aber unentbehrlich – beispielsweise zu Ausbildungszwecken oder für gewisse medizinische Behandlungen. Die am 26. März begonnene Blockade wichtiger Kulturgüter ist von grosser Bedeutung, da sie den wichtigsten Wirtschaftssektor der Insel betrifft: den Tourismus. Die mediale Resonanz bleibt indes relativ gering.

Bereits im Jahr 2010 kam es zu heftigen Protesten auf Rapa Nui, woraufhin ein Jahr später mit der Regierung Piñeras über ein Migrationsgesetz für die Insel verhandelt wurde. Anakena Manutomatoma, Mitglied der Kommission für Entwicklung der Osterinsel (Codeipa), erklärt gegenüber der Zeitung La Tercera, die gesetzliche Grundlage für ein Migrationsgesetz sei damals gutgeheissen worden. Der Regierungswechsel im Jahr 2014 habe die Verhandlungen aber wieder zurückgeworfen.

Chile hat Ende des 19. Jahrhunderts das in Polynesien liegende Rapa Nui erobert und kolonisiert. Von 1953 bis 1965 unterstand sie direkt dem chilenischen Militär. 1966 erlangten die EinwohnerInnen der Insel die chilenische Nationalität. Heute gehört sie als Gemeinde zu Chiles fünfter Region.

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