Brasilien / Soziales

Besetzter Park in São Paulo geräumt

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"Keine Gebäude" - Spontandemonstration nach der Räumung
"Keine Gebäude" - Spontandemonstration nach der Räumung

São Paulo. Die Militärpolizei hat kürzlich den Augusta-Park im Zentrum der brasilianischen Millionenstadt São Paulo geräumt. Aktivisten hatten das Gelände seit Januar besetzt gehalten. Auf dem Gebiet, eine der letzten Grünflächen der Metropole, sollen luxuriöse Bürogebäude entstehen.

Nach einem Musikfestival mit über 5.000 Besuchern am Vorabend der angekündigten Räumung verschaffte sich die Polizei in den Morgenstunden Zugang zum Park. Der Großteil der Besetzer verließ daraufhin freiwillig das Gelände und zog in einer Spontandemonstration vor die Stadtverwaltung.

Anfang des Jahres hatten Aktivisten den 25.000 Quadratmeter großen Park im Herzen der Stadt besetzt und für die Bewohner São Paulos geöffnet. Regelmäßig fanden dort Kultur- und Sportveranstaltungen statt. Prominente Unterstützung bekam die Bewegung von Musikern und Künstlern aus ganz Brasilien und dem Ausland.

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Seit über 40 Jahren fordern Bewohner der Region die öffentliche Nutzung des Parks. Mehrere Jahre stand die eingezäunte Grünfläche leer. Im Jahre 2013 scheitere aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten ein Projekt des Bürgermeisters Fernando Haddad, der das Gelände in einen öffentlichen Park umzuwandeln versuchte. Im Dezember 2013 erwarb die Baufirma Cyrela e Setin das Gelände. Nun sollen drei Bürotürme darauf entstehen. Zudem ist ein privater Park auf der restlichen Fläche geplant. Aktivisten und Anwohner kritisieren das Bauvorhaben. "Wir fordern einen Park ohne Luxustürme, der für alle frei zugänglich ist", sagte der 32-jährige Augusto Aneas im Gespräch mit amerika21.

Trotz der Räumung will die Bewegung weiter für den Augusta-Park kämpfen und hat Proteste und Aktionen in den kommenden Wochen angekündigt.

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