Paraguays Studierende fordern Reform des Öffentlichen Nahverkehrs

paraguay_protest.jpg

Studenten aus 20 Fakultäten der UNA und anderen Bildungseinrichtungen demonstrierten gegen den Preisanstieg im öffentlichen Nahverkehr
Studenten aus 20 Fakultäten der UNA und anderen Bildungseinrichtungen demonstrierten gegen den Preisanstieg im öffentlichen Nahverkehr

Asunción. Mehrere tausend Studenten haben in der paraguayischen Hauptstadt gegen den Preisanstieg im öffentlichen Nahverkehr protestiert. Rund 3.000 Teilnehmer von 20 unterschiedlichen Fakultäten zogen in der vergangenen Woche durch die Straßen Asuncións bis ins Zentrum. Sie forderten die Einführung eines Studententickets und die Rücknahme der Preiserhöhung für Busfahrten. Seit dem 1. Januar kostet eine Fahrt 2.400 Guaranies (etwa 40 Cent) anstatt wie bislang 2000. Das entspricht einem Preisanstieg von 20 Prozent.

Für viele Studierende sind die Busse die einzige Möglichkeit, um von den umliegenden Dörfern zu ihren Universitäten in der Hauptstadt zu gelangen. Manchmal fahren sie dafür mehrere Stunden. Straßenbahnen oder Züge gibt es in dem südamerikanischen Land nicht.

Der öffentliche Nahverkehr in Paraguay wird von einer Vielzahl miteinander konkurrierender Busunternehmen kontrolliert, die vom Staat mit viel Geld subventioniert werden. Laut der Tageszeitung Ultima Hora waren das monatlich rund 2 Millionen US-Dollar. Doch in dem intransparenten System ist oft nicht klar, wo das Geld landet. Die Firmen sollen damit ihre Fahrzeugflotten modernisieren. Noch immer aber fahren viele Busse in beängstigend schlechtem Zustand durch die Straßen. Daher hat die Regierung seit Anfang des Jahres die Subventionen gestrichen und damit einen Schritt vollzogen, mit dem sie oft drohte, aber nie durchsetzen konnte. Denn die Transportunternehmen antworteten mit Streiks und legten den öffentlichen Nahverkehr oft tagelang lahm. Nun reagierten sie mit der Erhöhung des Fahrpreises.

Die Studierenden fordern darum auch die Einsetzung einer technischen Kommission, die die tatsächlichen Kosten der Unternehmen für den öffentlichen Transport ermitteln soll. Eine weitere Demonstration kündigten sie für den 11. Februar an. Dann sollen es deutlich mehr Studierende sein, die durch Asunción ziehen – zu Fuß.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr