Aktivisten starten Kampagne gegen genmanipuliertes Saatgut

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Wandbild in Barquisimeto. Links Hugo Chávez als Bauer, rechts Präsident Nicolás Maduro - "Wir machen zusammen weiter"
Wandbild in Barquisimeto. Links Hugo Chávez als Bauer, rechts Präsident Nicolás Maduro - "Wir machen zusammen weiter"

Barquisimeto. Verschiedene Organisationen von Kleinbauern, Landarbeitern und Umweltaktivisten in Venezuela starten eine Kampagne gegen die Zulassung von genetisch verändertem Saatgut. Anlass sind Bestrebungen von landwirtschaftlichen Unternehmerverbänden wie Fedeagro, ihnen nahestehenden Parlamentariern sowie transnationalen Unternehmen, das "Gesetz über Samen" zu verändern, um genetisch veränderte Organismen einführen zu können. Nach Angaben der Aktivisten gibt es auch in den Reihen der Regierungspartei PSUV Befürworter einer solchen Gesetzesänderung, die mit der notwendigen Steigerung der Lebensmittelproduktion argumentieren.

Venezuela soll ein "Territorium frei von genmanipuliertem Saatgut" bleiben, so die Organisatoren. Dies müsse gesetzlich garantiert werden. Darüber soll jetzt eine landesweite Diskussion geführt werden, die den Schwerpunkt auf die Nahrungsmittelsouveränität des südamerikanischen Landes legt. Das Modell des "Agro-Business" transnationaler Konzerne wie Monsanto, Cargill, Dreyfuss und anderer, müsse in Venezuela verhindert werden. Dieses führe nur zu Abhängigkeiten, wie es in Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay der Fall sei, wo eine Soja-Monokultur vorherrscht und damit eine "Landwirtschaft ohne Bauern und eine Gesellschaft, die nicht souverän über ihre wertvollsten Güter verfügen kann".

Die Organisatoren wenden sich mit ihrer Kampagne auch direkt an die Regierung von Präsident Nicolás Maduro und verweisen auf das "Vermächtnis" des früheren Präsidenten Hugo Chávez, der sich mehrfach entschieden gegen die Einführung von genetisch verändertem Saatgut durch die transnationalen Konzerne ausgesprochen hatte. Es beschädige die Landwirtschaft und vor allem die Souveränität der Völker, so Chávez. Im Jahr 2004 untersagte er den von Monsanto auf 200.000 Hektar Land geplanten Anbau von genetisch verändertem Soja. "Wir widersetzen uns der Einführung transgener Organismen in die Umwelt. Wir bekämpfen entschieden die 'Terminator'-Samen, weil sie gegen den Sinn des Lebens verstoßen. Wir widersetzen uns dem Versuch der imperialen Regierung der USA und seiner multinationalen Unternehmen. Wir sehen die Notwendigkeit, die Völker und Gemeinschaften anzuerkennen, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden die landwirtschaftliche Biodiversität entwickelt haben und wir unterstützen sie", wird Chávez zitiert.

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