Paraguay / Politik

EU-Politiker fordert Aufklärung der Vorwürfe gegen Cartes

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Horacio Cartes
Der Kandidat der Colorado-Partei (ANR), Horacio Cartes

Asunción. Mehrere Europaparlamentarier haben sich angesichts der mutmaßlichen Verstrickung eines Präsidentschaftskandidaten in den organisierten Drogenhandel besorgt geäußert. Die Vorwürfe, die sich gegen den Kandidaten der Colorado-Partei (ANR), Horacio Cartes, richten, sollten von der Justiz des südamerikanischen Landes unverzüglich aufgeklärt werden, forderte der Abgeordnete der Linksfraktion im Europaparlament GUE/NGL, Jürgen Klute in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal "E`a". Den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen der EU und Paraguay bezeichnete er als "kompliziert", sollte die mögliche zukünftige Regierung tatsächlich mit dem Drogenhandel verbunden sein.

Die Abgeordnete für die Fraktion der Liberalen im EU-Parlament und Leiterin der Wahlbeobachtungskommission, Renate Weber, wird von "E`a" mit der Aussage zitiert, sie habe mit dem paraguayischen Generalstaatsanwalt Javier Díaz Veron über die Vorwürfe gegen Cartes gesprochen. Veron habe geantwortet, die Anschuldigungen seien nicht ausreichend, um eine Untersuchung einzuleiten. Laut Weber seien derartige Bezichtigungen keine Besonderheiten, weder für Paraguay, noch für andere lateinamerikanische Länder. In Europa habe sie es noch nicht erlebt, dass ein solcher Verdacht gegen einen Spitzenpolitiker vorgebracht wurde.

Horacio Cartes gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das Präsidentenamt Paraguays, über das am 21. April vom Volk abgestimmt wird. Gegen den 56jährigen Unternehmer, der seit Dezember 2012 offizieller Kandidat der ANR ist, wurden in der Vergangenheit immer wieder schwere Vorwürfe wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Zigarettenschmuggels erhoben. Im Oktober 2011 veröffentlichte die Internetplattform Wikileaks Dokumente, die belegen sollten, dass amerikanische Behörden gegen Cartes ermittelten. Der Kandidat selbst hat alle Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Am vergangenen Mittwoch ist unterdessen der Leiter einer hochrangigen Abordnung der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur), Salomón Lerner, in Asunción eingetroffen. Der Peruaner wird sich mit Mitarbeitern der Wahlbehörde und Politikern der unterschiedlichen Lager treffen. Zudem koordiniert er die Verteilung der insgesamt 44 Wahlbeobachter, die im Auftrag von Unasur den Wahlen am kommenden Sonntag beiwohnen werden.

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