Nicaragua: Im Bergbaukonflikt wird der Ton schärfer

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Logo des kanadischen Bergbauunternehmens B2 Gold
Logo des kanadischen Bergbauunternehmens B2 Gold

El Cafetal, Nicaragua. Mehrere Dutzend Verletzte und mehr als 40 Festnahmen ist die Bilanz eines Konflikts zwischen kleingewerblichen Bergleuten und dem kanadischen Unternehmen B2 Gold in der Zentralregion Nicaraguas.

Medienberichten zufolge kam es zu der Auseinandersetzung, als Polizeikräfte eine von protestierenden Bergleuten aus der Ortschaft El Cafetal errichtete Straßensperre räumten, mit der sie B2 Gold davon abbringen wollten, mit dem Abbau im Sektor La 4 zu beginnen, wo der Konzern seit Oktober 2012 Schürfrechte besitzt. Nach Polizeiangaben war das Eingreifen auf Verlangen von Anwohnern erfolgt, die sich durch die Sperre in der beruflichen und Investitionstätigkeit behindert fühlten.

Seit einigen Monaten fordern die aufständischen Bergleute vom Konzern mehrere Millionen US-Dollar Entschädigung, da die Präsenz des Unternehmens sie ihrer Arbeitsmöglichkeiten beraube. Zu den Vorgängen gibt es widersprüchliche Angaben. Gegenüber der Zeitung El Nuevo Diario erklärten Konzernvertreter, bestmögliche Anstrengungen unternommen zu haben, um Lösungen zu finden, aber ohne Erfolg. Die Zeitung berichtet, dass B2 Gold Gespräche initiierte, die darauf gerichtet seien, Arbeitsplätze zu schaffen, über einen würdigen Lohn das Familieneinkommen zu sichern und Kleinstbetriebe für die Bergarbeitergruppen zu gründen und zu finanzieren. Die Entwicklung und der Ausbau des Projekts Jabalí Central (Goldader) habe die Tätigkeiten der gewerblichen Bergleute nicht beeinträchtigt und werde dies auch zukünftig nicht tun.

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Der Polizeichef bestätigte inzwischen, dass die Protestierenden zurückgedrängt wurden und die Straße geräumt wurde. Er bezog sich auf die verfassungsmäßige Pflicht, ungehinderten Verkehr und freien Zugang zu den Ortschaften zu garantieren.

Über die Entschädigung hinaus verlangen die Bergleute die Genehmigung für die weitere Förderung kleiner Goldmengen in Gebieten, die sich – so wird versichert – in kommunalem Besitz befinden sowie gerechte Aufkaufpreise.

Laut der nicaraguanischen Exportbehörde trug Gold 2012 circa 432 Millionen US-Dollar zum Export bei, was 15,7 Prozent des unter die Zollgesetze fallenden gesamten Exports entspricht. Im Januar 2013 stand Gold an erster Stelle der nicaraguanischen Exporte und löste damit erstmals den Kaffee ab.

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