Quito. Vom 19. bis 21. März haben sich in der ecuadorianischen Hauptstadt Netzwerke, Organisationen, Akademiker:innen und kommunitäre und alternative Medien aus Lateinamerika und der Karibik getroffen. Ziel war die Stärkung und der Wissensaustausch über eine partizipative, gemeinschaftliche und alternative Kommunikation und die Ausübung des Rechts auf Kommunikation angesichts der aktuellen technologischen und politischen Herausforderungen. Zu dem Treffen unter dem Namen Juntanza – drittes Festival für Kommunikation aus unserem Amerika – hatten unter anderem die Netzwerke und Organisationen CIESPAL, ALER, AMARC und WACC aufgerufen.
An drei Tagen tauschten sich die über 400 Teilnehmer:innen in Foren, Vorträgen und Workshops zu den Schwerpunkten Kommunikation und Bildung, Kommunikation für einen ökosozialen Wandel und digitale Gerechtigkeit und Technologie aus. Dabei wurde die Rolle der Kommunikation von unten im Kontext des ungezügelten Kapitalismus, zunehmender Kriege, des Erstarkens des Faschismus und der religiösen Fundamentalismen hervorgehoben.
Gisela Dávila, Direktorin des Internationalen Zentrums für höhere Studien in Kommunikation in Lateinamerika, CIESPAL, betonte bei der Eröffnung des Festivals, dass in Lateinamerika neue Formen der Kommunikation konstruiert würden, die dem Frieden dienten und eine Kommunikation aufzeigten, die für die Zukunft wünschenswert seien.
Weitere Themen waren digitale Plattformen und künstliche Intelligenz sowie die zunehmende Machtkonzentration von Technikkonzernen und deren Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft. Demgegenüber wurde die Wichtigkeit der Förderung des kritischen Denkens, die Rolle der Jugend, indigener Gemeinschaften, FLINTA und des digitalen Aktivismus sowie die Notwendigkeit des Schutzes von Territorien, natürlichen Gemeingütern und der Vielfalt an Identitäten betont. "Wir erkennen an, dass Technologie nicht neutral ist und ein Gemeingut darstellt; deshalb verteidigen wir sie aus einer auf Rechten basierenden Perspektive gegen hegemoniale Interessen und Großkonzerne, die insbesondere durch digitale Plattformen, Informationen und die Art und Weise, wie darüber berichtet wird, kontrollieren und manipulieren", hieß es in der Abschlusserklärung des Treffens.
Ohne Moos nix los
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Die Aktivitäten fanden in den Räumen des CIESPAL statt und schlossen symbolisch in Pichincha am Mittelpunkt der Welt mit einem traditionellen Ritual und der Feier des Mushuk Nina (Fest des Neuen Feuers). Zum Gedenken an den im März 2024 verstorbenen ecuadorianischen Rundfunksprecher Byron Garzón weihte CIESPAL ein Radiostudio ein, das seinen Namen trägt. "Ein Ort, der, ganz in seinem Sinne, auch weiterhin den Stimmen der Gemeinschaften Gehör verschaffen wird".
Im November 1995 fand in Quito ein erstes Festival unter dem Namen Radioapasionados y Televisionarios (Radio und Fernsehbegeisterte) statt. Das Treffen vor 30 Jahren vereinte eine Vielzahl von Organisationen aus Lateinamerika und der Karibik, die sich für das Recht auf Kommunikation, vorwiegend durch lokale und gemeinschaftsorientierte Medien, einsetzten. 1998 fand ein weiteres Treffen in Bogotá, Kolumbien, statt.
Kommunikation von unten (comunicación popular) ist eine nicht-kommerzielle, politische und kommunikative Praxis, die Gemeinschaften und marginalisierten Bevölkerungsgruppen eine Stimme gibt, um ihre Geschichten und Realitäten sichtbar zu machen, kritisches Denken zu fördern und die gesellschaftliche Realität zu verändern.

