Brasilien / Kuba

Brasiliens Präsident zu Arbeitsbesuch in Kuba

Staatschef Da Silva will wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem sozialistischen Karibikstaat ausbauen. Dritte Visite in Havanna

Havanna. Brasiliens Präsident Inácio Lula da Silva ist am Dienstagabend (Ortszeit) zu einem Arbeitsbesuch in Kuba eingetroffen. Der linksgerichtete Staatschef reise nach Ende des "Gipfels der Einheit" der Rio-Gruppe in Mexiko in die kubanische Hauptstadt weiter. Nach Angaben kubanischer und brasilianischer Medien wird Da Silva sowohl mit dem Präsidenten des Karibikstaates, Raúl Castro, als auch mit dem Vorsitzenden der regierenden Kommunistischen Partei, Fidel Castro, zusammenkommen.

Bei dem Gesprächen wird es diesen Quellen zufolge um die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten gehen. Es ist Da Silvas dritter Besuch in dem sozialistischen Inselstaat und wahrscheinlich sein letzter als Präsident der südamerikanischen Regionalmacht.

Brasilien und Kuba unterhalten seit Jahren enge Beziehungen. Nach offiziellen Angaben arbeiten in Brasilien derzeit mehrere Dutzend humanitäre Helfer aus dem Inselstaat. Die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina informierte zu Beginn des Besuches Da Silvas, dass in den vergangenen Jahren 626 Brasilianer in Kuba studiert haben, 271 von ihnen wurden an der Lateinamerikanischen Medizinschule zu Ärzten ausgebildet.

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Der brasilianische Präsident will den Besuch nun vor allem nutzen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszuweiten. So hat der ehemalige Gewerkschafter Interesse gezeigt an Renovierung und Ausbau des Verladehafens Mariel, rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Havanna entfernt. Brasilianische Unternehmen wollen zudem in die Fremdenverkehrsindustrie Kubas investieren. Auch werde das staatliche Erdölunternehmen Petrobras "noch in diesem Jahr" eine Raffinerie in Kuba aufbauen und die Förderung von Erdöl in Kuba prüfen, informierte der Staatsgast.

Neben Mexiko und Kuba wird Da Silva auch Haiti und El Salvador besuchen. Nach Informationen aus diplomatischen Kreisen der Europäischen Union sieht Brasilien den humanitären Einsatz nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti als Präzedenzfall für eine neue Entwicklungszusammenarbeit zwischen den Staaten des Nordens und des Südens.

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