Honduras

Andauernde Übergriffe

Unternehmer in Honduras wollen Rückkehr Zelayas als Präsident verhindern. Sicherheitsrat der UNO tagt am Donnerstag

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Andauernde Übergriffe
Honduras: Repression nimmt zu

Tegucigalpa. In Honduras bleibt die Situation angespannt. Nachdem seit Montag eine Ausgangssperre galt, wurde sie am heutigen Mittwoch zwischen zehn Uhr vormittags und bis 17 Uhr (Ortszeit) aufgehoben. Nach wie vor gibt es immer wieder Übergriffe gegenüber der Bevölkerung und ein starkes Militär- sowie Polizeiaufgebot. Menschenrechtsorganisationen berichteten über mindestens drei Tote, während die Polizei bisher lediglich ein Opfer unter den Demonstranten bestätigte. Radio Progreso berichtet, dass der Gewerkschaftschef Jairo Sánchez von mehreren Polizeikugeln getroffen wurde. Sánchez befinde sich in einem kritischen Zustand und werde im Universitätsklinikum behandelt.

Die Medien, die positiv über die Demokratiebewegung berichten, sind immer wieder von vorübergehenden Schließungen bedroht. Radio Globo kann, nachdem der Sender stundenlang ausgefallen war, zurzeit wieder senden. Gegen 14 Uhr (Ortszeit) berichten Augenzeugen, dass es Massendemonstrationen in Tegucigalpa gibt, die zum Sitz der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) führten.

Die Presse, die den Putschisten nahe steht, berichtet über Straßenblockaden, Plünderungen von Ladengeschäften und Banken. Zudem behaupten sie, die Demonstranten seien bewaffnet. Damit soll die Bevölkerung gegen die Widerstandsbewegung aufgebracht werden. Immer wieder wird behauptet, dass Zelaya den Vorgaben des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez folgt. Die Putschistenzeitung El Heraldo berichtet von einer Dringlichkeitssitzung der "Industrie- und Handelskammer Süd". Die Unternehmer forderten von der De-facto-Regierung eine Aufhebung der Ausgangssperre, damit die Wirtschaft nicht behindert wird. In dem gleichen Bericht kündigen die Unternehmer einen Boykott an, falls Zelaya in das Präsidentenamt zurückkehrt.

Bei der Generalversammlung der Organisation der Vereinten Nationen in New York haben zahlreiche Redner die Wiedereinsetzung von Zelaya sowie die Sicherheit der brasilianischen Botschaft gefordert. Sie kritisierten die Menschenrechtsverletzungen gegenüber der Bevölkerung. Brasiliens Präsident Inácio "Lula" da Silva beantragt für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung der UNO zur Lage in Honduras.


Foto: nicaraguaymasespanol.blogspot.com

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