Honduras

Zelaya verschiebt Rückkehr auf Samstag

Honduras Präsident will das dreitägige Ultimatum der OAS abwarten, damit die Putschisten die verfassungsmäßige Ordnung wiederherstellen

Caracas, Washington. Venezuelas staatliche Bolivarianische Nachrichtenagentur ABN meldet, dass der honduranische Präsident Manuel "Mel" Zelaya seine für morgen, Donnerstag, angekündigte Rückkehr in sein Land auf Samstag verschieben wird. Das Staatsoberhaupt lebt seit Sonntag in der Deportation, wohin ihn putschende Militärs gewaltsam verschleppten. Zelaya begründet seine Entscheidung mit dem 72stündigen Ultimatum, das die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) der Putschregierung in Tegucigalpa gestellt hat, um die verfassungsmäßige Ordnung wieder herzustellen.

Die OAS sieht Zelayas Entfernung aus dem Amt - im Gegensatz zu den USA und der EU - als einen Staatsstreich an und benennt auch so. Falls die Machthaber in der honduranischen Hauptstadt unter Führung ihres Interimspräsidenten Roberto Micheletti dem Ultimatum nicht nachkommen, droht dem Land der Ausschluss aus der OAS. Diese Maßnahme erging bisher nur gegen das sozialistische Kuba. Letztere wurde erst kürzlich trotz des jahrzehntelangen Widerstands der USA aufgehoben.

Spanien hat als erstes EU-Land angekündigt, es werde seinen Botschafter zu Konsultationen nach Madrid zurückberufen. Die Mitgliedstaaten der Bolivariansichen Alternative für die Amerikas (ALBA), zu denen seit 2008 auch Honduras gehört, haben Zelaya ihre vollständige Unterstützung zugesagt. Auch sie drohen mit weitreichenden Sanktionen, falls Michelettis Putschistenregime nicht die Macht an den demokratisch legitimierten Präsidenten zurückgibt.

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