Argentinien / Soziales / Kultur

Buenos Aires zahlt Autoren-Rente

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Der 71-jährige argentinische Schriftsteller Alberto Laiseca sieht in der Rente eine Würdigung schriftstellerischer Arbeit
Der 71-jährige argentinische Schriftsteller Alberto Laiseca sieht in der Rente eine Würdigung schriftstellerischer Arbeit

Buenos Aires. Die Stadt Buenos Aires hat Pensionen für in der Metropole lebende Schriftsteller eingeführt. Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Sozialprogramm sind ein Mindestalter von 65 Jahren, eine 15-jährige Sozialversicherungsleistung sowie wenigstens fünf kommerziell veröffentlichte Bücher. Die Zuschüsse von bis zu 850 Euro pro Monat sollen das Einkommen an das Basisgehalt eines im öffentlichen Dienst beschäftigen Angestellten angleichen. Die Rentenzahlungen unterstützen insbesondere unbekanntere Autoren und unterstreichen laut der argentinischen Tageszeitung Clarín die Bedeutung der Literatur in der argentinischen Kultur.

Den Gesetzentwurf hat der Abgeordnetenblock des regierungsnahen Parteienbündnis Frente Nuevo Ecuentro im Juli 2012 dem Senat vorgelegt. Er ergänzt das Versorgungsgesetzt 3014 aus dem Jahr 2009 für Autoren, die keine Rentenleistungen erhalten. Weitere vorgesehene Boni sind Zuschüsse für unabhängige Verleger. Seit der Einführung vor drei Jahren beziehen mehr als 80 Schriftsteller die Unterstützung.

Juan Carlos Junio, Parlamentarier der Frente Nuevo Encuentro, äußerte sich zuversichtlich, dass künftig landesweit Schriftsteller die Pension erhalten könnten. Er sagte, der Gesetzesentwurf sei längst in seiner tieferen Bedeutung akzeptiert: die Anerkennung der schriftstellerischen Leistung, die die argentinische Gesellschaft und das Selbstverständnis der Argentinier maßgeblich mitgeprägt habe. Vor diesem Hintergrund unterstützt auch die Präsidentin des Verlegerverbandes, Graciela Aráoz, die Einführung der Rentenzahlung.

Der 71-jährige Autor Alberto Laiseca begrüßt die Pension als eine Anerkennung seiner Arbeit als Kulturschaffender in einem Land mit breiter literarischer Aktivität. Argentinien ist nach Brasilien der zweitgrößte Titelproduzent in Lateinamerika. Etwa drei Viertel der argentinischen Neuerscheinungen und Nachauflagen erscheinen in Buenos Aires. Die Hauptstadt ist nach São Paulo die zweitgrößte Verlagsstadt auf dem Kontinent. In Argentinien wird auf Bücher keine Mehrwertsteuer erhoben.

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