Straßengegener in Bolivien starten zweiten Marsch

La Paz. Seit Freitag marschieren wieder Bewohner des "Indigenen Territoriums Isiboro Secure" (TIPNIS) aus Protest gegen eine von der bolivianischen Regierung befürwortete neue Straße durch ihr Gebiet nach La Paz. Der Marsch ist der neunte, der sich nach eigener Darstellung gegen Abholzung und undemokratische Entscheidungen der bolivianischen Regierung richtet. Die Demonstranten wollen verhindern, dass eine für diesen Monat angesetze Konsultation der Parkbewohner doch noch den Straßenbau ermöglicht, nachdem sie das Vorhaben mit einem Marsch im vergangenen August zumindest vorerst verhindert hatten.

Zu Beginn des Marsches sagte Adolfo Chávez vom Verband der Tiefland-Indigenen (CIDOB), dass mindestens 300 Teilnehmer in der Stadt Trinidad (Departement Beni) den Weg zum Regierungssitz nach La Paz in Angriff nähmen. Demnach dauert der Weg insgesamt 35 Tage und erstreckt sich über 620 Kilometer. Nach der Aktion im vergangenen Jahr war ein Gesetz zur Unberührbarkeit des Parks und damit gegen den Straßenbau verabschiedet worden. In der Folge marschierten auch die Befürworter des Projektes nach La Paz und forderten eine Revision des Gesetzes, was die nun angesetzte Konsultation zur Folge hat.

Sowohl Amnesty International als die UNO-Mission in Bolivien forderten die Regierung des südamerikanischen Landes dazu auf, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit der Demonstranten zu achten. Die Regierung ihrerseits garantierte den Demonstranten bereits Mitte der vergangenen Woche ihre Sicherheit. Staatsminister Carlos Romero sagte, die Regierung werde eine Störung des Marschs nicht akzeptieren.

Die Vorsitzende des bolivianischen Abgeordnetenhauses Rebeca Delgado sagte am Wochenende, dass das Gesetz zur Konsultation der indigenen Bevölkerung des TIPNIS nicht zurückgenommen werde. Dies würde gegen die Rechte der Indigenen verstoßen. Allerdings seien Abgeordnete und Regierung weiter gesprächsbereit.

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