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Bauernverbände in Guatemala fordern Umsetzung des Agrarabkommens

CUC und CCDA beantragen Anhörung bei Präsident Arévalo. Seit August 2025 kein Dialog. Räumungen nehmen zu

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Mitglieder des CUC bei der Pressekonferenz zur Umsetzung des Agrarabkommens
Mitglieder des CUC bei der Pressekonferenz zur Umsetzung des Agrarabkommens

Guatemala-Stadt/Coatepeque. Die Organisationen Comité de Unidad Campesina (CUC) und Comité Campesino del Altiplano (CCDA) fordern in Guatemala von der Regierung Bernardo Arévalo konkrete Schritte im Abkommen zu Landfragen und eine Fortsetzung des Dialogs. Am vergangenen Freitag haben die Organisationen mit einer Petition offiziell eine Anhörung bei Arévalo beantragt, um die Situation "dringend" zu besprechen, hieß es auf einer Pressekonferenz. Die Organisationen fordern die Umsetzung konkreter Schritte innerhalb von 30 Tagen.

Das Agrarabkommen wurde am 7. Februar 2024 im Nationalpalast zwischen der Regierung und insgesamt vier Landarbeiterorganisationen unterschrieben. Neben dem CUC und dem CCDA gehören die Unión Verapacense de Organizaciones Campesinas (UVOC) und der Asociación Indígena Campesina Ch'orti' Nuevo Día zu den Unterzeichnern. Das Abkommen hatte damals fünf konkrete Schritte vorgesehen: Konfliktbewältigung, Zugang zu Land, sozial ausgerichtete Ökonomie, territoriale Koordinierung im Bereich der ländlichen Entwicklung und die Schaffung eines permanenten politischen Kommunikationskanals. Seitdem sei aber nichts Konkretes umgesetzt worden.

Seit August 2025 habe außerdem die Regierung den Dialog abgebrochen, bemängelten die Organisationen. Mónica Mazariegos, Staatssekretärin für politische Angelegenheiten und Beziehungen der Präsidentschaft, bestätigte in einem Interview Ende Februar die fünf Eckpunkte in dem Abkommen und erklärte, dass eine angestrebte Verteilung von Land auf Grundlage von Landfonds bisher "rechtlich nicht möglich war".

Die Organisationen werden "ihr Recht auf Verteidigung ihrer Gebiete und ein würdevolles Leben" weiter verteidigen, hieß es in Prensa Comunitaria. Auch rechtliche Schritte bis hin zu einer einstweiligen Verfügung gegen Arévalo zur Umsetzung des Abkommens schlossen die Organisationen nicht aus, sollte die Regierung weiterhin die Fortsetzung des Dialogs verweigern.

Räumungen von Gemeinden nahmen in den vergangenen Jahren sogar noch zu. Vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 gab es 154 Räumungen durch Sicherheitskräfte, im gleichen Zeitraum 2023 nur 25 und 2024 94. Diese gehen häufig zurück auf Anzeigen von Großgrundbesitzern und Agrarunternehmen.

Nach einer Recherche von epinvestiga gab es in den vergangenen Jahren 14.094 Anzeigen wegen "Landbesetzungen", nur in 140 Fällen kam es zu einem Gerichtsverfahren. Ziel sei daher nicht "Verurteilungen zu erwirken, sondern die erwarteten Strafwirkungen und sofortige Räumungen herbeizuführen", heißt es in dem Artikel. Dazu käme eine weiterhin hohe Zahl an Räumungen, die direkt von den Unternehmen mithilfe paramilitärischer Organisationen durchgeführt werden, erklärte Leocadio Juracán vom CCDA gegenüber amerika21.

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Von Gewalt und Vertreibung sind viele ländlichen Regionen in Guatemala betroffen
Von Gewalt und Vertreibung sind viele ländlichen Regionen in Guatemala betroffen

Am vergangenen Mittwoch war es auf der Finca La Asunción im Landkreis Coatepeque im Departamento Quetzaltenango zu der Räumung von sechs Familien gekommen, die nach Eintritt des Rentenalters auf der Finca geblieben sind. Bereits am 2. März waren fünf Bewohner unter dem Vorwurf der schweren Landbesetzung festgenommen worden. Diese konnten zwar nach neun Tagen das Gefängnis verlassen, warten aber seitdem auf ihren Prozess. Dabei seien drei bereits im Rentenalter und in schlechten Gesundheitszustand, allen voran der 74-jährige Teófilo Castro, der unter Diabetes leidet und dem ein Bein amputiert wurde, erklärte Dalila Merida, Mitglied im Koordinierungsrat des CUC für die Region Costa Sur.

Hintergrund ist in diesem Fall ein Arbeitskonflikt. Die Fincabesitzer hatten die Arbeiter jahrzehntelang um ihre gesetzlich vorgeschriebenen Rentenbeiträge betrogen. Insgesamt waren 300 Arbeiter betroffen. Merida sieht weder in der Frage der Einhaltung der Arbeitsrechte noch in der Landfrage "Fortschritte trotz der unterschriebenen Abkommen", erklärt sie gegenüber amerika21.

Guatemala gehört neben Brasilien, Honduras und Kolumbien zu den Ländern mit der ungleichsten Landverteilung auf dem Kontinent. Dies gilt als zentrale Ursache für die sozialen Probleme im Land. Eine Lösung gilt als schwierig. Die Oligarchenfamilien und Agrarunternehmen, die beispielsweise in der Palmölproduktion tätig sind, gelten als politisch und wirtschaftlich sehr mächtig.