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Kuba: Folgen des Angriffs der USA auf Venezuela

Eindrücke zum "US-Staatsterror". Weitere Drohungen von Trump gegen Kuba

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Kuba verteidigt seine Autonomie und Souveränität
Kuba verteidigt seine Autonomie und Souveränität

Havanna. Zehn Tage nach dem US-Militärangriff gegen Venezuela lassen sich erste Negativfolgen für Kuba abschätzen. So machen mehrere Äußerungen von US-Präsident Trump und Außenminister Marco Rubio unmissverständlich deutlich, dass mit der Schwächung und vorgesehenen US-Kontrolle über Venezuela auch Kuba geschädigt werden soll. Trump erklärte, Kuba stehe "kurz vor dem Zusammenbruch" und sei "am Ende". Außenminister Marco Rubio sagte, er wäre an der Stelle der kubanischen Regierung "zumindest ein wenig besorgt".

Die kubanische Gesellschaft ist geschockt über den ungehinderten Erfolg des US-Militärs. Bereits nach ersten Analysen kubanischer Sicherheitsexperten wurde klar, dass die als "Staatsterror" eingestufte Militäraktion von den US-Spezialeinheiten Delta Force und Night Stalkers durch den Zusammenbruch der Verteidigungs-, Geheimdienst- und Spionageabwehrstruktur Venezuelas ermöglicht wurde. Kubanische Beobachter vermuten, es habe einen Verrat gegeben.

Bei der Intervention der Vereinigten Staaten wurden unter anderem 32 kubanische Sicherheitskräfte getötet, von denen einige im unmittelbaren Schutzring um den Präsidenten Maduro mehr als zwei Stunden Widerstand gegen die Aggressoren leisteten, aber von venezolanischen Militärs keinerlei Unterstützung erhielten. Inzwischen wurde Generalmajor Javier Marcano Tábata, Chef der Präsidentengarde und Direktor der militärischen Spionageabwehr in Caracas, verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, sämtliche Schutzverfahren und Sicherheitspläne gestoppt zu haben. Der gekidnappte Präsident Nicolás Maduro selbst wurde offenbar in den US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay im Südosten Kubas gebracht, bevor er nach New York geflogen wurde.

Unterdessen herrscht in Kuba die Angst, dass die auf US-Druck bereits reduzierten venezolanischen Lieferungen, insbesondere von Öl, nun ganz wegfallen könnten. Jorge Piñon, Energieexperte aus Texas, meinte dazu: "Wenn die Lieferungen eingestellt werden, werden die Auswirkungen in Kuba katastrophal sein – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychologisch". Proteste gab es bislang wegen Wasserknappheit, Stromunterbrechungen oder dem Mangel an Flüssiggas. "Die Menschen gehen auf die Straße, schreien und protestieren, weil es kein Flüssiggas gibt," warnt Piñon. Es gibt alternative Energielieferanten, aber der Druck der USA wäre riskant.

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Vor der US-Botschaft in Havanna kam es zu einer großen Protestkundgebung gegen die Invasion in Venezuela. Ähnliche Proteste fanden in mehreren Provinzen anlässlich des Jahrestags der "Karawane der Freiheit" statt, als 1959 die siegreichen Kämpfer von der östlichen Sierra Maestra nach Havanna vordrangen.

In der Granma, der Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, steht mit Bezug auf den 100. Geburtstag Fidel Castros: "Der imperiale Zynismus verbirgt nicht seinen Anspruch, der kubanischen Revolution den Gnadenschuss zu geben." In einem anderen Artikel heißt es, dass Kuba sehr verärgert sei über den Wohlstand, den die US-Regierung ihm jeden Tag mit der Blockade stehlen würde. "Aber trotz all ihrer abscheulichen Feindseligkeit und ihrer Macht hat sie es nicht geschafft, es zum Scheitern zu bringen. Die USA wissen sehr wohl, dass die Partei, der Staat und die Regierung neben ihrer erhabensten Bastion, dem Volk, nicht aufhören, Lösungen zu finden."

US-Präsident Trump droht nun sogar, Kuba solle "einen Deal" mit ihm machen, sonst käme kein Öl mehr aus Venezuela. In einer Stellungnahme des bundesweiten Netzwerks Cuba zu den aktuellen Militäraktionen heißt es: "Dem aggressiven Regime in Washington geht es darum, Angst und Unsicherheit in einer Region zu verbreiten, die sich langsam von der imperialistischen Supermacht im Norden emanzipiert. Länder dieser Region haben vor Jahren eine 'Zone des Friedens' ausgerufen. Dies ist nun rücksichtslos bzw. absichtsvoll verletzt worden. Mit dieser imperialistischen Gesetzlosigkeit muss nun endlich Schluss gemacht werden. Wir als Netzwerk Cuba rufen alle politischen und zivilgesellschaftlichen Persönlichkeiten und Organisationen auf, bei der Gegenwehr gegen das gefährliche, monströse USA-Imperium einen konkret-praktischen Beitrag zu leisten."

In dem Buch "Der gefährliche Fall Donald Trump" bescheinigen 27 psychologische Experten dem Präsidenten der USA einen "ungezügelten und extremen Gegenwartshedonismus", pathologischen Narzissmus, Paranoia und Soziopathie. Von den Traumata, die Menschen unter der Trump-Regierung erlitten haben, bis hin zu den kultähnlichen Merkmalen seiner Anhänger habe er beispiellose Folgen für die psychische Gesundheit in den USA und darüber hinaus verursacht. Dazu gehören Phänomene wie zunehmender Realitätsverlust, deutliche Anzeichen von Unberechenbarkeit und unvorhersehbarem Verhalten sowie eine Neigung zur Gewalt als Bewältigungsstrategie. Ähnlich warnte die Psychologin Mary Trump vor ihrem Onkel Donald. In ihrem biografischen Buch "Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat", vergleicht sie ihn mit einem Dreijährigen, der wisse, dass er nie geliebt worden sei. Donald Trumps Ego sei fragil und müsse stets gestützt werden, "weil er tief im Inneren weiß, dass er nichts von dem ist, was er vorgibt zu sein".