Präzedenzfall in Mexiko: Minderjährige trans Person darf Geschlechtseintrag zu "nicht-binär" ändern

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Organisationen wie die Casa de las Muñecas Tiresias unterstützen junge trans Personen im Alltag und im Umgang mit Behörden
Organisationen wie die Casa de las Muñecas Tiresias unterstützen junge trans Personen im Alltag und im Umgang mit Behörden

Ciudad de México. Mit Hilfe einer Verfassungsklage ist es einer noch minderjährigen trans Person gelungen, den Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde ändern zu lassen. Mit einem eingetragenen X weist das Dokument jetzt darauf hin, dass Emiliano Citlalli nicht-binär ist, also weder Mann noch Frau.

Unterstützung erhielt Citlalli dabei von der Aktivistin Alexandra Morales sowie den beiden Organisationen México Igualitario und Casa de las Muñecas Tiresias, welche sich für die Rechte von jungen Menschen in der LGBTIQ*-Community einsetzen.

"Die Anerkennung der Identität von Emiliano Citlalli ist ein bedeutender Fortschritt für die Gesellschaft. Wir sagen: Hier sind unsere Rechte und wir müssen sie geltend machen", erklärt Ninde Molre, Anwältin und Mitglied von México Igualitario.

Die Änderung des Geschlechtseintrags einer minderjährigen Person zu "nicht-binär" ist ein Präzedenzfall. Erst im März 2022 hatte der Oberste Gerichtshof des Landes (SCJN) entschieden, dass Betroffene bereits vor dem 18. Lebensjahr ihren Geschlechtseintrag ändern dürfen. Die vorherige Regelung, die Personen die Angleichung erst mit der Vollendung des 18. Lebensjahres erlaubt hatte, widerspräche der Verfassung, so der SCJN.

"Ich sehe meinen Fall als Wendepunkt. Nicht nur für nicht-binäre Menschen, sondern für alle trans Kinder und Jugendliche im Bundesstaat Tabasco. Nicht nur die trans Gemeinschaft wird hier unsichtbar gemacht, sondern vor allem nicht-binäre trans Menschen, trans Kinder und Jugendliche", mahnt Citlalli in einem Interview.

Bereits als Kind war Citlalli klar, dass weder die Zuschreibung Mann noch Frau zu passen schien. "Meine Annäherung an die trans Community war unglaublich wichtig, um mein Leben einordnen zu können. Ich sehe mich als nicht-binäre trans Person. Heute spiegelt sich in meiner Geburtsurkunde meine Geschlechtsidentität mit einem X wider". Von besonderer Bedeutung sei der Eintrag vor allem mit Blick auf das spätere Berufsleben, die Schule und die medizinische Versorgung.

Molre erklärt das Ergebnis der Klage vor allem im Hinblick auf die Gewährleistung der Menschenrechte als Erfolg. Es ist ein "Privileg für Personen, die Kontakte, Informationen und Unterstützung von Mama und Papa" zu haben, kritisiert Citlalli und fordert daher offizielle Gesetze zu Gunsten der trans Gemeinschaft.