"Gefährliche Pandemie": Morde an Umweltaktivisten in Mexiko

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Die Mangroven in Veracruz sind eine vielfältige Landschaft, Heimat zahlreicher Flora und Fauna
Die Mangroven in Veracruz sind eine vielfältige Landschaft, Heimat zahlreicher Flora und Fauna

Actopan, Veracruz. Am 8. April ist in Mexiko der Umweltaktivist Adán Vez Lira ermordet worden. Als er sich auf dem Motorrad unterwegs zu seinen Tieren nahe der Gemeinde Actopan befand, feuerten Unbekannte neun Schüsse auf ihn ab.

Der Umweltaktivist setzte sich besonders für den Schutz von Mangrovenwälder, Dünen und Ökosystemen der Zentralküste von Veracruz ein. In diesem Kontext leistete er seit Jahren Widerstand gegen die dort geplanten Tagebau-Großprojekte. Die Sekretärin für Umwelt der Regionalregierung spricht von einer Bedrohung in Veracruz durch Projekte ausländischer Bergbauunternehmen. Adán Vez Lira war 2012 eines der bekanntesten Gesichter, die sich gegen ein Tagebau-Projekt nahe von La Mancha einsetzten. Im Jahr 1999 hatte er begonnen, den Ökotourismus in der Region voranzutreiben, und gründete die Bewegung Ecoguías de La Mancha.

Besonders Umweltorganisationen fordern nun die Aufklärung seines Todes. Aber auch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International bezeichnen Mexiko als eines der gefährlichsten Länder weltweit für Umwelt- und Landrechtaktivisten. Laut dem Mexikanischen Zentrum für Umweltrecht (Centro Mexicano de Derecho Ambiental, Cemda) wurden von 2006 bis 2011 pro Jahr durchschnittlich 14 Umweltaktivisten ermordet. Allein im letzten Jahr gab es 15 Opfer.

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Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Mord an Samir Flores im Februar 2019 in Morelos. Der 35-Jährige befand sich an der Spitze einer Bewegung, die sich gegen das Großprojekt Proyecto Integral Morelos (PIM) einsetzte. Verantwortlich für den Mord sei laut lokalen Medien die Gruppe der organisierten Kriminalität Comando Tlahuica, die in Morelos operiert.

Aktivisten nennen die Serie der Morde eine "gefährliche Pandemie" und fordern dringend, dass sie gestoppt wird.

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