Argentinien: Kein diplomatischer Status mehr für "Sondergesandte" von Guaidó

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Der damalige argentinische Präsident Macri empfing Trotta am 29. Januar 2019, nur sechs Tage nach Guaidós Selbsternennung
Der damalige argentinische Präsident Macri empfing Trotta am 29. Januar 2019, nur sechs Tage nach Guaidós Selbsternennung

Buenos Aires. Das Außenministerium von Argentinien hat formell die "diplomatische Sondermission" von Elisa Trotta beendet. Sie war im Januar des vergangenen Jahres von Venezuelas selbsternanntem Interimspräsidenten Juan Guaidó als seine "Gesandte" eingesetzt und von der rechtskonservariven Regierung unter Mauricio Macri anerkannt worden.

Der Außenminister der neuen Mitte-links-Regierung von Präsident Alberto Fernández, Felipe Solá, hatte diese Art "diplomatischer Vertretung" als illegal bezeichnet.

In dem an Trotta gerichteten Schreiben des Außenamtes vom 7. Januar wurde ihr mitgeteilt, "dass mit dem heutigen Tag Ihre Sondermission in der argentinischen Republik und Ihre Funktionen innerhalb der Republik Argentinien beendet werden".

Nach Angaben der staatlichen argentinischen Nachrichtenagentur Télam erklärten namentlich nicht genannte Quellen aus dem Außenministerium, Trotta sei nicht als offizielle Botschafterin Venezuelas, sondern im Rahmen einer "Sondermission" akkreditiert gewesen. Dieser Status sei ihr nun entzogen worden. Die Regierung Fernández erkenne Guaidó "nicht als Präsidenten, sondern als prominenten Führer der Opposition an".

Trotta gehört zu der Gruppe der "diplomatischen Vertreter,“ die Guaidó für die Länder und internationalen Organisationen ernannt hat, die ihn als Interimspräsidenten anerkennen. Diese Gesandten hatten mit Unterstützung von Guaidó-Anhängern zum Teil versucht, die venezolanischen Botschaften, Konsulate sowie weitere offizielle Niederlassungen des Landes mit Gewalt zu übernehmen, so in Brasilien, Costa Rica und den USA.

Die deutsche Bundesregierung hatte trotz der Anerkennung Guaidós seinem "Botschafter", dem ehemaligen Militär und Putschisten Otto Gebauer, die Akrreditierung verweigert und ihn lediglich als dessen "persönlichen Vertreter" empfangen (amerika21 berichtete).

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