Europäische Union will Wirtschaftskooperation mit Kuba intensivieren

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EU-Kommisar Mimica zu Gast bei Kubas Präsident Díaz-Canel
EU-Kommisar Mimica zu Gast bei Kubas Präsident Díaz-Canel

Havanna. Die Europäische Union (EU) hat zugesagt, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Kuba angesichts der verschärften US-Sanktionen weiter auszubauen. Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, erklärte, die Union werde "weiterhin das Engagement Kubas für ein günstiges Investitionsumfeld für europäische Unternehmen unterstützen und gemeinsame Initiativen in hochkarätigen Sektoren für die Wirtschaft des Landes prüfen."

Mimica nahm vergangene Woche mit hochrangigen kubanischen Beamten und mehr als 100 Geschäftsleuten am ersten Cuba Business Forum teil. Diese Initiative zielt darauf ab, der karibischen Nation mehr ausländisches Kapital zu bringen und aktuellen und zukünftigen Investoren Sicherheit zu bieten. Der hochrangige EU-Beamte hielt sich zu einem dreitägigen offiziellen Besuch in Kuba auf, um zu prüfen, wie die bilaterale Zusammenarbeit die nachhaltige Entwicklung Kubas und seine wirtschaftliche Modernisierung unterstützt. Dabei kündigte Mimica weitere vier Millionen Euro an, um "ein besonders günstiges Gelegenheitsfenster für Auslandsinvestitionen einzurichten". Über 35 Prozent des Handels des Inselstaates werden nach offiziellen Angaben Kubas mit EU-Ländern abgewickelt, vor allem mit Spanien, Frankreich und Italien.

Der Kommissar für internationale Zusammenarbeit stellte weiter fest, dass die europäisch-kubanische Zusammenarbeit "in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Euro erreicht hat und wir haben bilaterale Gespräche in verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, erneuerbare Energien, wirtschaftliche Modernisierung und Klimawandel geführt". Er hob hervor, dass die Europäische Union die seit über einem halben Jahrhundert bestehende US-Blockade gegen Kuba sowie die jüngsten Handels- und Reisebeschränkungen der US-Regierung verurteilt hat. Die EU verurteile zudem die einseitigen extraterritorialen Maßnahmen, die Washington unter Verletzung des Völkerrechts verhängt habe, und sei besorgt über die negativen Auswirkungen, die die jüngsten Beschränkungen auf die kubanische Wirtschaft haben könnten, sagte Mimica. Die 28 Mitgliedsstaaten haben "Antidotgesetze" für den Fall vorbereitet, dass ein US-Gericht Geldbußen gegen Unternehmen aus der EU verhängen sollte.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel sagte am Samstag, das Treffen mit Mimica habe bestätigt, dass viele Länder in Europa sich dem Helms-Burton-Gesetz widersetzen.

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