Rechte Demonstrationen und Gegenproteste in Brasilien

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Teilnehmer am "Marsch der Familie mit Gott" mit Transparent: "Wir unterstützen die Militärpolizei - unsere wahren Helden"...
Teilnehmer am "Marsch der Familie mit Gott" mit Transparent: "Wir unterstützen die Militärpolizei - unsere wahren Helden"...

São Paulo. In mehreren brasilianischen Städten hat unlängst der sogenannte "Marsch der Familie mit Gott" stattgefunden. Rechte, konservative und christliche Gruppen hatten dazu aufgerufen. Anlass war der Militärputsch vor 50 Jahren. Dieser durch verdeckte Operationen des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA unterstützte Putsch am 31. März 1964 leitete eine über 20-jährige Militärdiktatur ein. Tausende oppositionelle Brasilianer mussten das Land verlassen, Hunderte wurden gefoltert oder ermordet.

In São Paulo kam es zur größten Demonstration. Dort marschierten rund 600 Menschen vom Platz der Republik zum Praca da Sé. Die Demonstranten forderten eine Militärintervention und die Rückkehr der Diktatur. Außerdem äußerten sie scharfe Kritik an der Regierung der Arbeiterpartei PT, die sie als "kommunistisch" bezeichneten. Am Rande des Marsches wurden mehrere linke Aktivisten und Journalisten tätlich angegriffen. Die Polizei nahm vier Teilnehmer vorübergehend fest.

Gleichzeitig fand eine antifaschistische Gegendemonstration mit über 1.000 Teilnehmern statt. Linke Parteien, Gewerkschaften und LGBT-Gruppen hatten zu dem Protestzug mobilisiert. "Wir sind hier, um gegen die Rückkehr von faschistischen Ideen auf Brasiliens Straßen zu demonstrieren", erklärte der Aktivist José Roberto Torres de Miranda im Gespräch mit amerika21.de. Neben der Erinnerung an die Verbrechen der Diktatur äußerten die Demonstranten vor allem Kritik an der Militärpolizei, die sie als "Erbe der Militärdiktatur" bezeichneten.

In Rio de Janeiro marschierten rund 200 Rechte durch die Innenstadt. Auch hier kam es zu Auseinandersetzungen mit linken Aktivisten.

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